Samstag, 08. September 2007
Tausende Stellen gestrichen: Jobkiller Immobilienkrise
Die Immobilienkrise vernichtet bei den US-Hypothekenbanken tausende Jobs: Allein beim Branchenführer Countrywide Financial sollen in den nächsten drei Monaten 12.000 Mitarbeiter entlassen werden, das ist rund ein Fünftel der Belegschaft. Vorstandsvorsitzender Angelo Mozilo begründete den Stellenabbau damit, dass im kommenden Jahr 25 Prozent weniger Darlehensverträge als in diesem Jahr zu erwarten seien. Es ist der mit Abstand größte Jobabbau eines einzelnen Konzerns in der derzeitigen US-Immobilienkrise, durch die bereits zehntausende Beschäftigte ihre Stellen verloren haben.
Mozilo schrieb in einem Brief an seine Mitarbeiter, der aktuelle Abschwung seit "mit Sicherheit der schwerste in der zeitgenössischen Geschichte unserer Branche". In den vergangenen zwei Jahren sei der Anstieg der Eigenheimpreise zum Stillstand gekommen und habe sich in Teilen des Landes sogar umgekehrt. Zudem verwies er auf eine Zunahme von Zahlungsausfällen und Zwangsvollstreckungen "bei viel zu vielen Kreditnehmern".
Countrywide hatte in den vergangenen Wochen Kredite in Höhe von 11,5 Mrd. US-Dollar aufgenommen und einen Anteil im Wert von zwei Mrd. an die Bank of America verkauft, um seine Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten. Zudem wurden bereits 1.400 Stellen gestrichen. Das in Calabases in Kalifornien ansässige Unternehmen beschäftigte Ende Juli 61.000 Mitarbeiter, 34.000 davon im Immobiliengeschäft.
Der Rückgang im Immobiliengeschäft wird sich Prognosen zufolge wegen strengerer Vergaberichtlinien bei Hypotheken-Darlehen im kommenden Jahr fortsetzen. Der Preisverfall für Häuser trifft insbesondere Immobilienbesitzer schwer, die steigende Zinsen für Darlehen bezahlen müssen - sie können sich im Notfall nicht mehr mit einem Verkauf entschulden.


