14.02.2012 05:13 Uhr Frankfurt 04:13 Uhr London 23:13 Uhr New York 13:13 Uhr Tokio
Suche
Dax6.7380,7% TDax7750,7% Dow12.8740,6% NAS2.5690,9% N2258.983-0,2% Öl100,60-0,3%
DB-Dax6.7520,9% ESX2.4920,4% S&P1.3520,7% NasF2.565-0,1% EUR1,3162-0,1% Gold1.716,92-0,3%
Meldungen

Mittwoch, 14. Juni 2006

Bayer kämpft und kämpft: Pflichtangebot in Vorbereitung

Bayer ändert unter dem Druck der Aktienkäufe des Konkurrenten Merck seine Strategie zur Übernahme der Berliner Pharmafirma Schering.

Das Unternehmen bereite ein Pflichtangebot vor, falls das am Abend auslaufende Übernahmeangebot scheitere, teilt Bayer mit. Das Pflichtangebot wird auf 88 Euro je Schering-Aktie lauten.

Das bedeutet, dass Bayer noch einmal allen Schering-Aktionären den Erwerb der noch von ihnen gehaltenen Papiere offerieren muss. Denn Bayer verfügt inzwischen über mehr als 30 Prozent der Schering-Aktien, die zu einem Preis von bis zu 88 Euro erworben wurden. Darin enthalten sind laut Bayer auch die von der Allianz veräußerten Anteile. Bayer habe sich zu diesem Vorgehen entschlossen, da davon auszugehen ist, dass Merck seine bisher erworbenen Aktien nicht in dem laufenden Prozess anbieten wird, heißt es aus dem Unternehmen.

Ziel sei nach wie vor die vollständige Übernahme von Schering.

Merck kauft weiter Schering-Aktien

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck kauft weiter Schering -Aktien an der Börse und besitzt nun fast 22 Prozent der Anteile an dem Berliner Rivalen. Merck fehlen damit nur noch etwas mehr als drei Prozent der Schering-Aktien, um die geplante Übernahme des Berliner Arzneimittelherstellers durch Bayer vereiteln zu können.

Die Merck KGaA erwarb gestern weitere rund 2,1 Millionen Schering-Aktien und hält inzwischen 21,8 Prozent an Schering, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC hervorging. Damit gerät die geplante Übernahme von Schering durch den Pharmarivalen Bayer immer mehr ins Wanken. Denn der Bayer-Konzern muss sich im Rahmen seines Übernahme-Angebots 75 Prozent des Schering-Aktienkapitals sichern, damit die größte Transaktion seiner Firmengeschichte zu Stande kommt. Das insgesamt 16,5 Milliarden Euro schwere Kaufangebot von Bayer läuft heute um Mitternacht aus. Unterdessen zog Bayer gegen Merck wegen der Schering-Aktienkäufe in den USA vor Gericht.

Merck plant keine Offerte für alle Schering-Aktien

Merck schloss den Erwerb weiterer Schering-Aktien bis zum Ende der Frist für das Bayer-Angebot und auch danach nicht aus. Das Unternehmen habe ein strategisches Interesse an Schering und plane gegenwärtig, seine Schering-Beteiligung auch im Fall eines Scheiterns der Bayer-Offerte zu behalten, hieß es in der SEC-Mitteilung. Dies hänge aber von vielen Faktoren ab - dazu zählte Merck auch künftige Gespräche mit Bayer. Merck habe zurzeit nicht vor, ein Übernahmeangebot für alle Schering-Aktien abzugeben.

Zustimmung zur Bayer-Offerte weiter geschrumpft

Die Zustimmung der Schering-Aktionäre zur Bayer-Offerte ist unterdessen weiter gesunken. Die Leverkusener sicherten sich bis Dienstagnachmittag lediglich 55,53 Prozent der Schering-Anteile, wie aus einer Finanzanzeige von Bayer hervorgeht. Am Montag konnte Bayer noch auf 60,15 Prozent der Anteile zählen. Damit haben erneut einige Schering-Aktionäre ihre Zusage zur Andienung ihrer Anteile wieder zurückgezogen. Zwar erhöhte Bayer sein Schering-Aktienpaket durch Käufe an der Börse auf 25,76 Prozent von 23,36 Prozent. Aber zugleich sank die Zusage zur Andienung der Schering-Aktien deutlich auf 29,77 Prozent von zuvor 36,78 Prozent.

Das Ringen zwischen Bayer und Merck um Schering beschäftigt inzwischen auch ein Gericht. So reichte Bayer am Dienstag in den USA an einem Bezirksgericht in Manhattan Klage gegen den Darmstädter Rivalen Merck im Zusammenhang mit dessen Aktienpaket an Schering ein. Bayer forderte das US-Gericht auf, anzuordnen, dass Merck seine Schering-Aktien wieder abgebe, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Das Gericht solle zudem Strafzahlungen gegen Merck verhängen, da Merck Veröffentlichungspflichten nach dem US-Recht nicht ausreichend nachgekommen sei. Bei Merck war am späten Dienstagabend niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Artikel versenden

Bayer kämpft und kämpft: Pflichtangebot in Vorbereitung

Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.