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Freitag, 06. März 2009

Beraten verboten: Ratingagenturen an der Leine

Im Kampf gegen die Finanzkrise werden Rating-Agenturen in der EU an die Leine genommen. Darauf einigten sich die ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel und folgten damit weitgehend einem Vorschlag der EU-Kommission, berichteten Diplomaten. Die Einigung werde nun mit dem Europaparlament diskutiert werden, das in die Gesetzgebung eingebunden ist.

In der EU tätige Rating-Agenturen müssen sich dem Kompromiss zufolge künftig registrieren, um von den zuständigen Aufsichtsbehörden überwacht zu werden. Außerdem sollen sie offenlegen, wie sie zu ihren Bewertungen kommen. Rating-Agenturen sollen auch keine Beratungsdienste mehr leisten dürfen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Die EU-Staaten entschärften den Sanktionskatalog, den die Kommission bei Fehlverhalten der Agenturen vorgeschlagen hatte. Es solle nun eine Beurteilung "von Fall zu Fall" geben, sagten Diplomaten.

Rating-Agenturen bewerten große Schuldner wie Staaten und Unternehmen und benoten Finanzprodukte. Die Benotungen werden von Banken, Versicherern oder Rentenfonds genutzt. Die wichtigsten Agenturen weltweit sind Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Ihnen wird vorgeworfen, die Risiken von strukturierten Finanzprodukten gerade zu Beginn der Finanzkrise 2007 unterschätzt zu haben.

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