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Meldungen

China: Rotes Wirtschaftswunder

 
China: Rotes Wirtschaftswunder

Was wissen wir eigentlich über die Wirtschaftsmacht China?

Das Essen ist lecker,...

...das Land ist kommunistisch.

Die Arbeitskräfte sind billiger als hier.

Es ist ein riesiger Absatzmarkt und...

...deutsche Technik wie der Transrapid ist besonders beliebt.

Deshalb können wir als Exportweltmeister dort unser ganzes Zeug loswerden.

Leider gibt es jede Menge Plagiate, die uns das Leben schwer machen.

Oder leicht: Je nachdem, ob man gerade Exporteur,...

...oder Tourist ist, der es geschafft hat, die schicke Uhr am Zollbeamten vorbeizuschmuggeln.

Wie es so bei Klischees ist, stimmen einige dieser Punkte natürlich - noch!

Denn das Land ist zwar kommunistisch - aber befindet sich wirtschaftlich gesehen auf einem derart erfolgreichen Pfad, dass...

...sich westliche Regierungschefs und...

...Regierungschefinnen die Frage gefallen lassen müssen, ob der Kapitalismus und die freie Marktwirtschaft wirklich das beste Rezept für Wirtschaftswachstum sind.

Mit ihrer "Sozialistischen Marktwirtschaft mit chinesischen Merkmalen" sorgte die chinesische Regierung in den letzten Jahren für den schnellen Aufstieg zur Wirtschaftssupermacht.

Seit die neuen Zeiten eingeläutet wurden, sind zweistellige Wachstumsraten keine Seltenheit: 2006 wurden satte 10,7 Prozent verbucht.

Und sicher ist der Absatzmarkt riesig und mit dem wachsenden Wohlstand interessieren sich...

...auch immer mehr Chinesen für unsere Autos oder Waschmaschinen.

Aber noch lieber exportieren sie ihre Sachen in die westliche Welt. So ist China bereits der größte Handelspartner des Hamburger Hafens, hier wurde beim Güterumschlag im Jahr 2006 ein Plus von 20 Prozent verbucht.

Der enorme Handelsüberschuss von 177 Mrd. Dollar in 2006 ließ die Devisenreserven Chinas um mehr als 30 Prozent auf eine Billion Dollar wachsen. Damit hat in Sachen Dollar auch die Volksrepublik ein Wörtchen mitzureden.

Das kommt im Westen weniger gut an. Kritiker aus den USA und Europa werfen China bereits seit längerem vor, dass die chinesische Währung unterbewertet sei und die chinesischen Exporte zu billig mache.

Doch bei aller Kritik müssen wir uns auch hierzulande an den Gedanken gewöhnen, dass der Titel "Export-Weltmeister" bald Vergangenheit ist.

China wird aller Wahrscheinlichkeit nach 2009 Deutschland ablösen.

Doch chinesische Exporte sollen künftig nicht für Plagiate und Billig-Ware stehen. China will auch mit Wissenschaft und Technik beeindrucken.

Chinesische Autos verblüffen die Messebesucher in Detroit.

Und schon heute werden mehr Patente in China angemeldet, als in Deutschland.

Der nächste Coup steht schon in den Startlöchern - China will den Weltraum erobern.

2008 sollen chinesische Sonden den Mond umrunden und 2010 endlich landen.

Doch die chinesischen Pläne stoßen auf Kritik.

Nach dem weltweit verurteilten chinesischen Raketentest mit Abschuss eines Satelliten forderte der russische Präsident Wladimir Putin einen waffenfreien Weltraum.

"Wir sollten den Geist nicht aus der Flasche lassen", mahnte Putin, erinnerte sich dann aber daran, dass China nicht das erste Land ist, das solche Tests durchführt.

So habe er gehört, dass die USA Pläne habe, den Weltraum aufzurüsten.

Aber bevor es soweit ist, wenden wir uns wieder den irdischen Vergnügen der Wirtschaftssupermacht China zu.

Auch auf dem internationalen Börsenparkett machen die Chinesen eine immer bessere Figur.

2006 feierten die größten chinesischen Banken wie die Bank of China und die Industrial and Commercial Bank of China ihr Börsendebüt.

Dabei heimste das Debüt der ICBC gleich noch einen Rekord ein: Mit fast 22 Milliarden Dollar war es das bisher größte Börsendebüt der Welt. Das freute auch Peking, denn die Regierung behält die Kontrolle über den 200-Milliarden-Dollar schweren Bankriesen.

Wir halten also fest: Die kommunistische Regierung hat die Wirtschaft flottgemacht,...

...und vom grauen Einheitslook ist schon lange nichts mehr zu sehen.

Gerade in Peking und Shanghai blüht eine lebhafte Mode-, Film- und Kunstszene auf.

Selbst in kleinen Dörfern gibt es Zugang zur Telekommunikation.

Und das Essen?

Das ist auch nicht mehr, was es mal war.

Was die Arbeitskräfte angeht, mögen die Löhne aufgrund der Masse zwar niedriger sein als in der westlichen Welt. Langfristig könnte sich das jedoch ändern.

Denn in Sachen Bevölkerungswachstum passt sich China unseren Problemen an.

Aufgrund der Ein-Kind-Politik droht die Überalterung der Gesellschaft. Aber das ist nicht das einzige Problem.

Millionen von chinesischen Männern suchen schon heute vergeblich eine Partnerin.

Der Grund liegt auch hier in der Ein-Kind-Politik. Da in China Jungen traditionell bevorzugt und Mädchen immer häufiger gezielt abgetrieben werden, fehlt der weibliche Nachwuchs.

Die Familienplanungskommission in Peking befürchtet bereits, dass im Jahr 2020 30 Millionen Männer im besten Alter (20 bis 45 Jahre) alleine sein werden.

Da sollten sie schon jetzt gut aufpassen, dass ihnen kein anderer die schönste Braut wegschnappt.

Ein weiteres Problem ist die große Einkommenskluft. Auf der einen Seite lebt eine Armee von Wanderarbeitern am Rande des Existenzminimums.

Auf der anderen Seite haben die neuen Finanzzentren Millionäre hervorgebracht.

Mehr als 300.000 Chinesen haben mehr als fünf Millionen US-Dollar auf der hohen Kante.

Mit einem Vermögen von rund 19 Milliarden Dollar hat es der Hongkong-Chinese Li Ka-shing auf Platz Zehn der reichsten Menschen der Welt gebracht. Zu seinem Imperium gehört unter anderem der Telekom-Riese Hutchison Whampoa.

Aber der Weg dorthin ist für den Durchschnittschinesen noch sehr, sehr weit.

Verglichen mit der wirtschaftlichen Modernisierung liegt China beim ökologischen Fortschritt weit zurück.

So landete China in einem internationalen Vergleich beim Umweltschutz auf Platz 100 von 118 möglichen.

Umweltschützer fordern daher, dass die chinesische Regierung verstärkt daran arbeitet, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten 50 Jahren nicht zu einer Verschlechterung der Umwelt führt.

Denn, dass die chinesische Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter wachsen und gedeihen wird, daran besteht kein Zweifel. (Text: Samira Lazarovic, Bilder: AP, dpa)

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