Auch nicht besser!VW-Affäre bei IG Metall
Die IG Metall hat einen leitenden Mitarbeiter ihrer Vermögensverwaltung wegen des Verdachts beurlaubt, er habe unsaubere Wertpapiergeschäfte getätigt. Auch zu Beschuldigten in der VW-Affäre soll er Kontakt gehabt haben.
Die IG Metall hat einen leitenden Mitarbeiter ihrer Vermögensverwaltung wegen des Verdachts beurlaubt, er habe unsaubere Wertpapiergeschäfte zu Lasten der Gewerkschaft getätigt. Auch zu Beschuldigten in der VW-Affäre soll der Mitarbeiter Kontakt gehabt haben.
Ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte am Samstag einen Bericht des "Spiegel", wonach der für die Anlage hoher Beträge zuständige Mitarbeiter Kontakt zum entlassenen Volkswagen-Manager Klaus-Joachim Gebauer gehabt hat. Gegen den ehemaligen VW-Personalmanager ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Untreue und Betrug.
In einem Schreiben von Gebauer an den Mitarbeiter werde Bezug auf ein milliardenschweres Wertpapiergeschäft der IG-Metall-Vermögensverwaltung Feho genommen. Der Gewerkschaftssprecher bestätigte, die IG Metall habe Informationen über ein solches Dokument vorliegen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young untersuche im Auftrag der Gewerkschaft, welche Kontakte der Mitarbeiter zu Gebauer gehabt habe und ob das Geld der Gewerkschaft sicher angelegt worden sei, berichtete das Nachrichtenmagazin vorab. Ernst & Young prüfe auch, ob Provisionen auf das Privatkonto des Mitarbeiters geflossen seien.
Der Mitarbeiter habe mit einer Tarnfirma des ehemaligen VW-Betriebsratschefs Klaus Volkert über die Finanzierung eines Projektes in Tschechien verhandelt, hieß es weiter. Die Gewerkschaft habe die 80-Millionen-Euro-Finanzierung der Skoda-Autostadt in Prag aber abgesagt, als der Justiziar der Gewerkschaft keine Antwort auf die Frage erhalten habe, wer hinter dem Auftraggeber, der Firma F-Bel, stecke. F-Bel gehört zu den Tarnfirmen, die der ehemalige Skoda-Vorstand Helmuth Schuster und Gebauer aufgebaut haben und an der Volkert beteiligt war.
Der IG-Metall-Sprecher bestätigte die Prüfung und sagte, der schriftliche Bericht der Wirtschaftsprüfer werde in einigen Wochen vorliegen. Mündlich sei die Gewerkschaft aber schon informiert worden, dass ihr aus dem vom "Spiegel" genannten Wertpapiergeschäft kein Schaden entstanden sei. Die Wertpapiere seien zu Marktpreisen ge- und verkauft worden. Ob der beurlaubte Mitarbeiter nach Vorlage des Berichtes wieder eingestellt werde, wollte der Sprecher nicht sagen.