Viel schneller als erwartetVW gibt kräftig Gas
Trotz des heftigen Gegenwindes durch steigende Spritpreise und zunehmend schleppenden Neuwagenverkäufen in wichtigen Märkten hat Volkswagen auch im zweiten Quartal zugelegt und die Gewinneinschätzungen des Marktes dabei klar übertroffen. Unterm Strich verdiente Europas größter Autobauer ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Vor Steuern war es ein Viertel mehr.
Trotz des heftigen Gegenwindes durch steigende Spritpreise und zunehmend schleppenden Neuwagenverkäufen in wichtigen Märkten hat Volkswagen auch im zweiten Quartal zugelegt und die Gewinneinschätzungen des Marktes dabei klar übertroffen.
"Die Konsensschätzungen der Gewinnziffern sind ja um die zehn Prozent übertroffen worden - das ist sehr, sehr viel", sagte ein Händler. Unter anderem stieg der Operating Profit im ersten Halbjahr auf 3,4 Mrd. Euro, obwohl die Schätzungen nur bei 3,13 Mrd. Euro lagen.
"Mir fehlt bisher allerdings ein präzisierter Ausblick", ergänzte ein zweiter Händler. Dies sei jedoch der einzige Wermutstropfen. Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit deutlichen Kursaufschlägen. Die Titel stiegen auf ein Allzeithoch.
Erfolgreiche Modellpolitik
Unter dem Strich steigerte Europas größter Automobilhersteller seinen Gewinn überraschend deutlich um 34,8 Prozent auf 1,64 (Vorjahr: 1,22) Mrd. Euro. Hier hatten Analysten im Schnitt mit einem Nettogewinn von 1,31 Mrd. Euro gerechnet. Mit einem Plus von 31,3 Prozent auf 2,57 Mrd. Euro übertraf der Dax-Konzern auch im ersten Halbjahr die Gewinnerwartung von 2,24 Mrd. Euro deutlich.
Dank einer erfolgreichen Modellpolitik und guter Verkäufe erzielte VW im zweiten Jahresviertel einen Umsatz von 29,49 (Vorjahr: 28,21) Mrd. Euro. Das waren 4,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres und mehr als von Analysten erwartet (29,01 Mrd. Euro).
Die Wolfsburger hatten im ersten Halbjahr 3,27 Mio. Fahrzeuge weltweit verkauft, ein Plus von 5,8 Prozent und mehr als je zuvor. Bis zum Jahresende will der Automobilbauer mit den Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini und Co. den Rekordabsatz des Vorjahres von 6,2 Mio. Wagen übertreffen. Bis 2011 will der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn acht Millionen Pkw und Nutzfahrzeuge jährlich verkaufen.
VW hält an Prognose fest
Angesichts der Zuwächse im ersten Halbjahr bekräftigte der Konzern erneut die Jahresprognose des Konzerns. Demnach will VW bis Jahresende bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis die Vorjahreswerte übertreffen. 2007 erzielte der Dax-Konzern einen operativen Gewinn nach Sonderposten von 6,15 Mrd. Euro bei 108,9 Mrd. Euro Umsatz.
Deutlich skeptischer hatte sich Winterkorn zuletzt angesichts der steigenden Rohstoffpreise und Wechselkursentwicklungen für die kommenden Jahre gezeigt. Eines Tages werde VW über Preiserhöhungen nachdenken müssen, sagte er. "Wir können nicht alles wegstecken."