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Milchboykott: Wie war das noch?

 
Milchboykott: Wie war das noch?

Viele Milchbauern lieferten keine Milch mehr an die Molkereien - aus Protest gegen die ihrer Meinung nach zu niedrigen Preise.

Wie viel Geld bekommen die Bauern eigentlich für ihre Milch? Und was hat die Milchquote damit zu tun?

"Ich bekomme 20 Cent, bezahlen muss ich aber 30 Cent", so ein Landwirt aus dem Kreis Goslar zu n-tv.de

Ab nächster Woche werden sich die Folgen des Streiks bemerkbar machen, schätzen Experten.

28 Millionen Tonnen Milch haben Kühe in Deutschland im Vorjahr gegeben, so der Bauernverband.

Wer bestimmt den Milchpreis? Die mächtigen Supermärkte, allen voran Aldi.

Bei Discountern kostet der Liter Milch derzeit zwischen 42 und 48 Cent, so der Bauernverband zu n-tv.de. Die Gewinnspanne des Einzelhandels liegt bei etwa zehn Prozent oder rund sechs Cent.

Der größte Teil des Milchpreises, den Verbraucher zahlen, entfällt demnach auf die Einkaufskosten der Molkereien bei den Milchbauern.

Der Verhandlungsablauf zwischen den Unternehmen und den Molkereien ist kein Geheimnis.

Aldi prescht bei den Verhandlungsrunden mit den bundesweit rund 110 Molkereien vor. Die anderen Supermarktketten folgen und versuchen ähnlich günstige Konditionen zu erzielen.

Die Macht lässt sich in Zahlen ausdrücken: Bei Aldi wandert schätzungsweise rund ein Drittel der gesamten Trinkmilch über den Ladentisch. Zusammen verkaufen Discounter rund 60 Prozent der gesamten Milch.

Über 400.000 Tonnen Butter wird im Schnitt jährlich in Deutschland hergestellt, so der Bauernverband.

Lange Zeit verhandelte der Einzelhandel mit den Molkereien einmal jährlich über den Preis für Trinkmilch, doch in den vergangenen Jahren hat sich die Laufzeit der Verträge erheblich verkürzt.

Molkereien und Supermärkte verhandeln inzwischen halbjährlich oder in noch kürzeren Zeiträumen. Die Vertragslaufzeiten für Milch zur Produktion von Butter sind noch weitaus kürzer.

Was hat es mit den Milchquoten auf sich?

Jeder Bauer bekommt mit der Milchquote ein individuelles Recht zugewiesen, eine bestimmte Menge Milch zu erzeugen. Wer mehr produziert, muss Strafe zahlen.

Die Quote wurde 1984 von der Europäischen Union (EU) eingeführt, um "Butterberge" und "Milchseen" abzubauen.

Die Höchstgrenzen für die Mitgliedstaaten setzt der EU- Ministerrat fest, in Deutschland werden diese auf den einzelnen Betrieb umgelegt. Die Quote kann an speziellen Börsen gehandelt werden.

Was passiert mit der Milchquote in der Zukunft?

Die Milchquote soll im Frühjahr 2015 abgeschafft werden. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat vorgeschlagen, bis dahin die erlaubte Produktion jährlich um ein Prozent anzuheben.

Schon für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 ist eine Erhöhung der Milchproduktion um zwei Prozent festgeschrieben. Dadurch würde das Angebot steigen, der Milchpreis könnte weiter sinken. Deutschland hat bereits Protest gegen die Pläne angekündigt.

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