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Donnerstag, 23. April 2009

Aufsicht für Ratingagenturen: Brüssel macht ernst

Die Europäische Union setzt ein lang geplantes Vorhaben um und stellt Ratingagenturen unter staatliche Aufsicht. Die Kreditwächter müssen künftig eine Zulassung erhalten und sich von den Behörden kontrollieren lassen, wie die vom Europäischen Parlament am Donnerstag verabschiedete Verordnung vorsieht.

Mit der Regulierung ziehen die Gesetzgeber nach Einschätzung von Beobachtern eine erste handfeste Konsequenz aus der Finanzkrise, zu deren Ausbruch die Agenturen durch krasse Fehleinschätzungen der Kreditrisiken in den USA nicht unerheblich beigetragen hatten.

Den marktbeherrschenden amerikanischen Kreditwächtern Moody's und Standard & Poor's sowie der aus Frankreich stammende Agentur Fitch wird vorgeworfen, die Anleger zu spät vor den Verlustrisiken der US-Hypothekenmarktpapiere gewarnt zu haben.

Zentrale Rolle

Ihre Benotungen sollen Auskunft darüber geben, wie zuverlässig Emittenten von Wertpapieren sind. Ein Kernproblem war bisher, dass die Agenturen bei der Schaffung von Finanzprodukten mitwirkten, die sie anschließend zu bewerten hatten. In der EU ist das künftig nicht mehr möglich.

Daneben bewerten die Ratingagenturen auch die Bonität von Unternehmen und Staaten, was bei einer Herabstufung zu erheblichen Mehrkosten bei der Kreditaufnahme führen kann. Zuletzt hatten sich zum Beispiel Irland und Spanien gegen eine schlechtere Einstufung ihrer Bonität gewehrt.

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