Wirtschaft
Donnerstag, 14. September 2017

Der Börsen-Tag: Euro für alle? Griechenland macht Mini-Fortschritte

Gestern sorgte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ja für einen Paukenschlag in Sachen Euro. Er träumt davon, dass alle EU-Staaten den Euro bekommen. Eine Vision oder eine Illusion? Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble tendiert eher zu Letzerem.

Die jahrelange griechische Tragödie hat die ruinösen Wettbewerbsverzerrungen durch den Euro für unterentwickelte Länder trefflich vor Augen geführt ...

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Griechenland und Italien führen immer noch einen harten Kampf mit dem Euro. Wie ein Land wie Rumänien, übrigens EU-Mitgliedstaat seit 2007, das packen soll, ist völlig unklar. Das Thema birgt auf jeden Fall viel Diskussionsstoff.

Allerdings sollte man auch über Fortschritte berichten: Die gute Nachricht kommt heute aus dem Kummerland Griechenland. Hier sinkt mit der wirtschaftlichen Erholung auch endlich die Arbeitslosigkeit.

Im zweiten Quartal waren 1,02 Millionen Griechen ohne Job. Damit nahm die Arbeitslosenquote auf 21,1 Prozent ab von 23,3 Prozent im ersten Quartal.

Auch wenn es eigentlich nicht viel zu sparen gibt, Athen spart mehr denn je.
Auch wenn es eigentlich nicht viel zu sparen gibt, Athen spart mehr denn je.(Foto: REUTERS)

Grund ist die bessere Konjunktur: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von April bis Juni um 0,5 Prozent und damit das zweite Quartal in Folge. Allerdings ist die Arbeitslosenquote immer noch die mit Abstand höchste in der gesamten Europäischen Union, wo sie im Schnitt bei knapp acht Prozent liegt.

Fast drei Viertel der Betroffenen in Griechenland sind langzeitarbeitslos! Das heißt, sie haben seit mindestens einem Jahr keinen Job. Bei Jugendlichen zwischen 20 und 24 Jahren ist die Arbeitslosenquote mit 45 Prozent besonders hoch.

Übrigens tankt Griechenland schon wieder fröhlich Geld am Kapitalmarkt. Das südeuropäische Land hatte im Juli erstmals seit drei Jahren wieder Geld am Markt aufgenommen. Die nächste Anleihe soll nun binnen sieben Monaten folgen.

Im August 2018 läuft das dritte Hilfspaket im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro aus.

Quelle: n-tv.de