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Mit Insektenvernichtungsmitteln ausgerüstet ziehen die Menschen in Honduras durch die Straßen.
Mit Insektenvernichtungsmitteln ausgerüstet ziehen die Menschen in Honduras durch die Straßen.(Foto: dpa)

Kampf gegen Zika-Virus: 200.000 Menschen desinfizieren Honduras

Das Zika-Virus grassiert laut Weltgesundheitsorganisation inzwischen in 33 Ländern - eine weitere Ausbreitung halten die Experten für wahrscheinlich. Um das Virus auszurotten, ziehen in Honduras 200.000 Menschen putzend durch die Staßen.

In Honduras haben sich Tausende Menschen an einem Einsatz gegen das Zika-Virus beteiligt. Mehr als 200.000 Bürger, darunter Studenten, Beamte, Soldaten und Kirchenvertreter, streiften am Samstag mit Reinigungsutensilien und Insektenvernichtungsmitteln ausgerüstet durch Dörfer und Städte des Landes. Von der Regierung eingesetzte Säuberungsteams desinfizierten Häuser und rückten Schmutzwasser in den Straßen zu Leibe, um die Larven der Gelbfiebermücke zu zerstören - sie überträgt das gefährliche Virus.

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In dem zentralamerikanischen Staat gibt es derzeit mehr als 4400 Zika-Fälle. Vor einigen Tagen hatte die Regierung den nationalen Notstand ausgerufen. Die Zahl der Krankheitsfälle steige jeden Tag weiter an, klagte Präsident Juan Orlando Hernández. Er rief die Bevölkerung auf, bei der Bekämpfung von Zika zusammenzuarbeiten.

Auch in Kolumbien ist die Zahl der Zika-Infektionen erneut gestiegen - vor allem bei Schwangeren. Präsident Juan Manuel Santos teilte mit, inzwischen seien 3177 schwangere Frauen mit dem Virus infiziert. Insgesamt hätten die Behörden bislang 25.645 Infektionen registriert. Ob es sich dabei um bestätigte Zika-Infektionen oder um Verdachtsfälle handelte, war zunächst nicht bekannt.

Explosionsartiger Anstieg

Erst Ende Januar hatte das kolumbianische Gesundheitsministerium einen Anstieg von 890 infizierten Schwangeren auf 2116 innerhalb weniger Tagen gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt gab es 176 von Labors bestätige Fälle. Kolumbien ist nach Brasilien das von dem Zika-Ausbruch am härtesten betroffene Land.

Das Zika-Virus breitet sich seit Wochen explosionsartig in Lateinamerika aus. Es wird vor allem von der Gelbfiebermücke übertragen, eine weitere mögliche Überträgerin ist die Asiatische Tigermücke.

Eine Erkrankung ist vor allem für Schwangere gefährlich: Das Virus kann sich offenkundig auf das ungeborene Kind übertragen und zu Hirnfehlbildungen führen, einer sogenannten Mikrozephalie. Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt - geistige Behinderungen sind meist die Folge.

Zika in 33 Ländern aufgetreten

Außerdem wird das Zika-Virus mit der Guillain-Barré-Nervenkrankheit in Verbindung gebracht. Diese ist in Lateinamerika ebenfalls auf dem Vormarsch. Am Freitag hatten die kolumbianischen Behörden bekannt gegeben, dass drei mit Zika infizierte Menschen starben, nachdem sie Nervenkrankheit entwickelt hatten. In den meisten Fällen erholen sich am Guillain-Barré-Syndrom erkrankte Patienten wieder, doch mitunter endet die Krankheit tödlich.

Weltweit hat sich das Virus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 33 Ländern verbreitet. Vor allem in Brasilien und Kolumbien hätten sich Menschen mit dem Erreger angesteckt, berichtet die UN-Behörde. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Eine weitere Ausdehnung schätzt die WHO als wahrscheinlich ein.

In den letzten zwei Monaten (Stand: 05.02.2016) waren vom Zika-Virus betroffen: Amerikanisch-Samoa, Barbados, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Curaçao, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guyana, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Jungferninsel, Kap Verde, Kolumbien, Martinique, Mexico, Nicaragua, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Saint Martin, Samoa, Suriname, Thailand, Venezuela, Tonga  

Quelle: Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten
In den letzten zwei Monaten (Stand: 05.02.2016) waren vom Zika-Virus betroffen: Amerikanisch-Samoa, Barbados, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Curaçao, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guyana, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Jungferninsel, Kap Verde, Kolumbien, Martinique, Mexico, Nicaragua, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Saint Martin, Samoa, Suriname, Thailand, Venezuela, Tonga Quelle: Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten

Quelle: n-tv.de

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