Wissen
Leidtragende des Klimawandels: Schmelzende Eismassen erschweren den Eisbären in der Arktis die Futtersuche.
Leidtragende des Klimawandels: Schmelzende Eismassen erschweren den Eisbären in der Arktis die Futtersuche.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 18. Januar 2017

Weltweiter Temperaturanstieg: 2016 knackt alle Hitzerekorde

Noch immer gibt es Menschen, die den Klimawandel anzweifeln. Doch die Daten mehrerer Wetterbehörden belegen auf Jahressicht den dritten Temperaturanstieg in Folge weltweit. Deutschland springt allerdings aus der Reihe.

2016 war das weltweit heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880. Es ist damit das dritte Hitze-Rekordjahr in Folge. Die weltweite Durchschnittstemperatur habe etwa 1,1 Grad Celsius über der der vorindustriellen Zeit gelegen, teilte die Weltwetterorganisation WMO in Genf mit. Aus den Daten der Ozeanografie- und -Wetterbehörde NOAA sowie der Raumfahrtbehörde Nasa in den USA ging hervor, dass der weltweite Temperaturdurchschnitt im vergangenen Jahr um 0,94 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts lag. Der Schnitt des Jahres 2015 wurde um 0,07 Grad übertroffen.

Anhaltende Dürren trocknen zunehmend Flüsse und Seen aus, wie hier den Mekong in Thailand.
Anhaltende Dürren trocknen zunehmend Flüsse und Seen aus, wie hier den Mekong in Thailand.(Foto: picture alliance / dpa)

Für Deutschland war 2016 nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit einer Mitteltemperatur von 9,5 Grad Celsius wieder ein sehr warmes Jahr, jedoch nicht das wärmste. Die gleiche Mitteltemperatur sei auch 1934, 1989, 1990, 1999, 2006 und 2008 erreicht worden, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. Die wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880 waren in Deutschland 2014 und 2015. Acht der zehn wärmsten Jahre gab es seit Beginn des 21. Jahrhunderts.

Klimawandel und El Niño

Als Hauptgrund für die Hitzerekorde der vergangenen Jahre benennen Wissenschaftler den menschengemachten Klimawandel. Auch das Klimaphänomen El Niño, das eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans bewirkt, habe seinen Anteil - doch der Hauptfaktor sei der "menschliche Einfluss auf das Klima durch den Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre", sagte der britische Klimaforscher Peter Stott.

Die globalen Klimadaten der US-Behörden wurden zwei Tage vor Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump veröffentlicht, der im Wahlkampf den menschengemachten Klimawandel als Fiktion bezeichnet und den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt hatte.

Diese Äußerungen haben in der Weltgemeinschaft große Sorgen ausgelöst, dass mit Trump der Kampf gegen den Klimawandel einen schweren Rückschlag erleiden könnte. Allerdings sagte der künftige Präsident nach seinem Wahlsieg, er stehe dem Thema "offen" gegenüber.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen