Sonntag, 24. September 2006
Neue Kindergesundheitsstudie: Alarm wegen Passivrauchens
Knapp die Hälfte der 3-bis 14-Jährigen sind zu Hause als Passivraucher Tabakrauch ausgesetzt. Das berichtete das Magazin "Focus" unter Berufung auf die neue Kinder- und Jugendgesundheitsstudie, die an diesem Montag vorgestellt werden soll. Obwohl dieser Wert gegenüber einer ähnlichen Erhebung Anfang der 90er Jahre gleich geblieben sei, sei die Lage eher schlimmer geworden, sagte die für den Umweltteil der Studie verantwortliche Expertin, Marike Kolossa-Gehring vom Umweltbundesamt Dessau.
Der Grund: Offenbar rauchten mehr Mütter als zuvor. "Kinder, deren Mutter der alleinige Raucher im Haushalt ist, sind höher belastet, als wenn das auf den Vater zutrifft", stellte Kolossa-Gehring fest. Der "Kinder-Umwelt-Survey" genannte Abschnitt der Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass unter den Oberschichtkindern 34 Prozent in der Wohnung Tabakrauch ausgesetzt sind, in der Unterschicht hingegen 61 Prozent.
Die Studie untersucht auch die Belastung mit Benzol, einer der 70 Krebs erregenden Substanzen im Zigarettenrauch. Während Benzol in Nichtraucherwohnungen in einer mittleren Konzentration von 1,9 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft vorkomme, steige dieser Wert dort, wo täglich geraucht wird, auf 4,2 Mikrogramm. Weil Benzol auch in Autokraftstoff vorkommt, hat die EU einen Freiluft-Grenzwert von fünf Mikrogramm festgelegt. Laut Kolossa-Gehring wird dieses Limit in einigen Wohnungen sogar überschritten.
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