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Das sieht gut aus: Hier erhöht das Alter ihres Partners nicht das Sterblichkeitsrisiko der Frau.
Das sieht gut aus: Hier erhöht das Alter ihres Partners nicht das Sterblichkeitsrisiko der Frau.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Mittwoch, 12. Mai 2010

Frauen brauchen gleichaltrige Partner: Alles andere macht krank

Wenn Männer jüngere Frauen heiraten, tut ihnen das gut. Wenn jedoch Frauen einen Partner haben, der mehrere Jahre jünger oder älter ist als sie, dann steigt damit ihr Sterblichkeitsrisiko.

Frauen müssen einer aktuellen Studie zufolge gleichaltrige Partner wählen, um möglichst lange zu leben. Je größer die Altersdifferenz zum Partner ist - egal ob jünger oder älter - desto geringer sei ihre Lebenserwartung, teilt das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock mit. Bislang galt die Annahme, dass der Männer-Grundsatz "Heirate eine junge Frau und Du lebst länger" auch für Frauen in ihren Beziehungen zu Männern gilt. Nach Beobachtung von fast zwei Millionen dänischen Paaren könne dies nicht mehr aufrechterhalten werden, bisherige Theorien müssten überdacht werden, betonte der Demograf Sven Drefahl.

Das Sterblichkeitsrisiko eines Ehemannes, der sieben bis neun Jahre älter ist als seine Frau, liege elf Prozent unter dem von Männern mit gleichaltrigen Frauen. Umgekehrt stürben Männer mit älteren Frauen früher. Wenn aber Frauen einen sieben bis neun Jahre älteren Mann wählten, steige ihr Sterblichkeitsrisiko um bis zu 20 Prozent im Vergleich zu Frauen mit gleichaltrigen Männern.

Frauen weniger auf Partner angewiesen

Bislang sei die Wissenschaft davon ausgegangen, dass derjenige, der sich einen jüngeren Partner sucht, gesünder sei und deshalb länger lebe, sagte Drefahl. Auch solle ein jüngerer Partner einen positiven psychologischen und sozialen Effekt auf den älteren haben, im Alter würde er auch besser gepflegt. Es sei nun zweifelhaft, dass Frauen von jüngeren Männern in dieser Weise profitieren können. Denn Frauen hätten meist die besseren Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld und mehr Freunde, seien also nicht so stark auf den Partner angewiesen.

Eine mögliche Erklärung, warum ein größerer Altersunterschied das Leben von Frauen verkürzt, bieten die Demografen auch an: Paare, bei denen der Mann jünger ist, verstießen gegen soziale Normen, was wiederum soziale Sanktionen nach sich ziehe. Das könne in ein weniger freudvolles Leben mit mehr Stress und geringerer Gesundheit münden. Die Demografen wehren sich aber gegen die Schlussfolgerung, dass Heiraten generell negative Auswirkungen habe: Verheiratete Männer und Frauen lebten länger als unverheiratete.

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Quelle: n-tv.de

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