Donnerstag, 12. Juni 2008
Ein Viertel glaubt daran: Angst vor Freitag dem 13.
Beim Gedanken an "Freitag, den 13." ist Umfragen zufolge gut jedem vierten Deutschen mulmig zumute. Die übersteigerte Furcht vor der 13 wird mit dem psychologischen Fachausdruck "Triskaidekaphobie" bezeichnet. Die Angst vor dem vermeintlichen Unglückstag ist ein recht junges Phänomen des 20. Jahrhunderts, in alten Volkssagen sucht man danach vergeblich. Der Aberglaube taucht erst in modernen Erzählungen und Liedern auf - zum Beispiel in Reinhard Meys Ballade von 1968 "Ankomme Freitag, den 13.".
Die Zahl 13 selbst wird hingegen seit langem als Unglücksbote gedeutet, im Volksmund hieß sie früher "Dutzend des Teufels". Die 12 gilt in der Zahlensymbolik als harmonisch: Tag und Nacht haben jeweils 12 Stunden, und ebenso viele Monate hat das Jahr.
In der Bibel werden 12 Apostel genannt, beim letzten Abendmahl saßen dagegen 13 Personen am Tisch - der 13. war der Verräter Judas. In der germanischen Mythologie gibt es die Geschichte der 12 Götter, die in ihrem Palast Walhall speisten. Mit der Ankunft des listig- boshaften Loki als 13. entbrannte ein Streit, in dessen Folge der schöne, junge Gott Baldur sterben musste.
Auch der Freitag ist für sich genommen schon lange als Unglückstag gefürchtet. Adam und Eva sollen an einem Freitag vom verbotenen Apfel gegessen haben, Jesus an Karfreitag gekreuzigt worden sein. Im Mittelalter galten Jahre und Monate, die mit einem Freitag begannen, als Unglückszeiten.
Der Statistik zufolge kommt es am Freitag, dem 13., nicht öfter zu Unfällen als sonst - obwohl, wie Mathematiker ausgerechnet haben, der 13. am häufigsten auf diesen Wochentag fällt. Somit könnte auch schlicht ein Nullsummenspiel daraus werden - weil alle vorsichtiger sind. Im vergangenen Jahr wurden die Orakelnden gleich zweimal mit dem Schreckenstag konfrontiert. Nach dem 13. April fiel auch der 13. Juli 2007 auf einen Freitag.
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