Dienstag, 30. Dezember 2008
Gewinner und Verlierer 2008: Artensterben geht weiter
Wolf, Buckelwal und Afrikanischer Elefant gehören nach Einschätzung der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) in diesem Jahr zu den Gewinnern in der Natur. Für Frösche, Luchs, Menschenaffen und Thunfisch habe sich die Lage dagegen nicht verbessert. Auch 2008 sei das von Menschen verursachte Artensterben weitergegangen, nur vereinzelt gebe es Silberstreifen am Horizont, teilte WWF Deutschland in Frankfurt mit. Die Zerstörung der Lebensräume, der Klimawandel und Wilderei seien nach wie vor die Hauptgründe für die Bedrohung der Arten, sagte WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.
Weltweit seien Frösche und Amphibien gefährdet, jede dritte Art stehe auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Dramatisch sei die Situation der Iberischen Luchse. Unter den rund 150 Tieren in der spanischen Sierra Moreno und in der Gegend um Toledo seien nur noch 25 fortpflanzungsfähige Weibchen, beklagt WWF.
Straßen, Bahntrassen und Gas-Pipelines hätten die Jagdreviere der Luchse zerstückelt. Auch für die Menschenaffen sei die Bedrohung gewachsen. Besonders schlimm stehe es um die Gorillas in Afrika: Nur noch rund 720 Berg- und höchstens 5000 Östliche Flachlandgorillas lebten im Dschungel. Zu hohe Fangquoten hätten die Lage der Roten Thunfische im Mittelmeer verschlechtert, ihre Bestände seien um bis zu 90 Prozent eingebrochen, und Besserung sei nicht in Sicht.
40 Wölfe in Deutschland
Wölfe dagegen rechnen die WWF-Artenschützer zu den Gewinnern des Jahres: Auf rund 40 Tiere schätzen die Experten den Bestand in Deutschland inzwischen. In der sächsischen Lausitz sei 2008 die fünfte Wolfsfamilie gegründet worden, einzelne Tiere seien weiter nach Westen gewandert, etwa nach Niedersachsen und Hessen. Der Bestand an Buckelwalen habe sich vier Jahrzehnte nach dem Ende der Jagd auf diese Meeressäuger erholt und habe nun erstmals ein halbwegs stabiles Maß angenommen. S
teigende Populationszahlen könnten auch vom Afrikanischen Elefanten gemeldet werden, wenn auch in Zentralafrika nach wie vor Wilderer dem größten Landsäugetier der Welt nachstellten. "Das Beispiel Afrikanischer Elefant zeigt, dass Bemühungen zum Lebensraumschutz und die internationale Bekämpfung des Elfenbeinschmuggels sowie die Einbindung der lokalen Bevölkerung eine Tierart vor dem Aussterben bewahren kann", sagte WWF-Experte Stefan Ziegler.
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