Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
DO 10° / 19°
FR 12° / 15°
Wissen

Dienstag, 01. September 2009

Viele Wechselwirkungen möglich: Arznei aus Pflanzen unterschätzt

Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet.

Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet.
(Foto: Maria Lanznaster, pixelio)

Die Einnahme pflanzlicher Arzneistoffe ist bei zahlreichen Beschwerden eine wirksame Behandlungsmöglichkeit. Jedoch können auch diese natürlich vorkommenden Wirkstoffe, wenn sie zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen werden, unerwünschte oder sogar gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen.

"So kann beispielsweise ein Johanniskraut-Präparat die Wirkung verschiedener Medikamente herabsetzen. Daher sollten Patienten, die Cyclosporin, Tacrolimus, Proteaseinhibitoren oder Zytostatika einnehmen, Johanniskraut vermeiden. Bei bestimmten Antidepressiva, Benzodiazepinen, Methadon, Simvastatin, Theophyllin, Midazolam, Triptanen und Warfarin ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand besondere Aufmerksamkeit geboten", empfiehlt Prof. Karin Kraft vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). "Die häufiger behauptete Herabsetzung der Wirksamkeit von hormonellen Kontrazeptiva durch Johanniskraut konnte dagegen in kontrollierten Studien bisher nicht bestätigt werden. Hier ist allenfalls ein Risiko für sehr niedrig dosierte Hormon-Präparate zu diskutieren."

Erhöhtes Blutungsrisiko

Auch bei anderen weit verbreiteten pflanzlichen Präparaten kann es zu Interaktionen mit anderen Arzneistoffen kommen. "So könnten hoch dosierte Extrakte aus Knoblauch, Ginseng oder Ingwer bei Patienten, die Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Warfarin oder Clopidogrel einnehmen, das Risiko von Blutungen erhöhen", erklärt Prof. Kraft, die Inhaberin des Lehrstuhls für Naturheilkunde der Universität Rostock ist.

"Am besten ist es daher, auch die Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln und die weitere Selbstmedikation mit einem Arzt abzusprechen, insbesondere wenn eine Medikation umgestellt wird oder ein operativer Eingriff bevorsteht", rät die BDI-Expertin. "Einige Präparate sollten vierzehn Tage vor einer geplanten Operation abgesetzt werden, da sie möglicherweise die Blutgerinnung, die Narkose oder den Blutdruck beeinflussen können."

BDI

Artikel versenden

Viele Wechselwirkungen möglich: Arznei aus Pflanzen unterschätzt

Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.