Montag, 26. Oktober 2009
Geruchlose Fliegenweibchen: Auch ohne Sex-Lockstoff attraktiv
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Ein Mangel an Sexuallockstoffen macht zumindest Fruchtfliegen nicht unattraktiv - mitunter ganz im Gegenteil. Männliche Fliegen "fliegen" besonders auf Männchen oder Weibchen ganz ohne den speziellen Duft. Das könnte ein neues Licht auf die Wirkung der chemischen Mittel zur Partnerfindung und Trennung nahe verwandter Arten werfen, berichten kanadische Forscher Journal "Nature".
Jean-Christophe Billeter von der Universität Toronto und seine Kollegen untersuchten das Zusammenspiel von Sexuallockstoffen (Pheromonen) bei den Insekten. Sie züchteten dafür zunächst genetisch veränderte Fruchtfliegen, die keinen Lockstoff aussandten.
Geruchlose Fliegen werden geradezu bedrängt
Solche Tiere waren nicht uninteressant - sie erregten besonders Fliegenmännchen stark. Derart veränderte, geruchlose Weibchen und Männchen wurden geradezu bedrängt. Nicht nur Fliegen der eigenen Art fühlten sich unwiderstehlich von ihnen angezogen, sondern auch Männchen anderer Arten.
Eine leichte Zugabe des typischen Weibchen-Pheromons namens 7,11 HD machte die Weibchen hingegen nicht noch attraktiver. Die Wirkung dieser Substanz scheine subtiler zu sein als bisher angenommen, heißt es in dem Journal.
7,11 HD bringt Männchen in Wallung
Dies zeigte sich, wenn Weibchen mit kleinen Dosen eines Männchen-Pheromons bestäubt wurden, dass diese gewöhnlich nach der Kopulation abgeben, um weitere Männchen von der Paarung abzuhalten. Wie erwartet senkte dieser Duftstoff die Attraktivität der Weibchen, eine Zugabe von 7,11 HD dagegen brachte die Männchen wieder in Wallung. Diese Wirkung zeigte sich jedoch nur bei den Männchen der gleichen Art (Drosophila melanogaster).
Diese zeige, wie das Zusammenspiel der Sexuallockstoffe nicht nur Männchen und Weibchen zusammenführe, sondern auch das Durchmischen einander sehr ähnlicher Fruchtfliegenarten verhindere, schreiben die Forscher. Die chemischen Signale zur Trennung von artfremden Partnern sind biologisch besonders wichtig, da sich die Arten stark ähneln und die Begattung häufig auf dicht besuchten Futterplätzen, sprich Misthaufen, stattfindet.
dpa
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