Dienstag, 16. März 2010
Unbequeme Forschungsarbeit: Auf Skiern durch die Arktis
Ihr Arbeitsplatz dürfte für die drei britischen Forscher in den nächsten Wochen einer der kältesten der Welt sein. Ihr Ziel ist es, sonst unerreichbare Daten zur Versauerung der Meere zu sammeln. Dafür legen sie 500 Kilometer im Packeis der Arktis zurück.
Mit einem Skiausflug oder Skiurlaub hat die Forschungsarbeit der drei Briten nichts zu tun.
(Foto: Cornerstone, pixelio)
Auf Skiern haben drei britische Forscher eine Expedition in der Arktis begonnen, bei der sie die Ursachen für die Belastung der Meere erforschen wollen. Die Wissenschaftler traten im kanadischen Teil der Arktis ihre 500 Kilometer lange Reise auf dem Packeis an.
"Unsere Arbeit besteht darin, Daten zu sammeln, die die Wissenschaftler nicht anders bekommen können", erklärte Expeditionsleiterin Ann Daniels. Sie und ihre zwei Kollegen werden mit Temperaturen von bis zu minus 45 Grad und starkem Wind zu kämpfen haben. Ein zweites Forscherteam wird sich parallel in der Nähe für 45 Tage in einer Messstation einrichten, um die von einem Versicherungskonzern finanzierte Expedition zu unterstützen.
Besondere Datensammlung
Die Arbeit in der Arktis ist für Forscher meistens unbequem, bringt aber auch deshalb eine gewisse Faszination mit sich.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Das britische Forscherteam will Daten sammeln, die Aufschluss über die Auswirkungen des wachsenden Kohlendioxidausstoßes auf die Ozeane und besonders auf seine Artenvielfalt haben. Von den gesammelten Daten sollen Forschungszentren in Europa, den USA und Kanada profitieren. Einige Wissenschaftler befürchten, dass sich in den kommenden Jahrzehnten der pH-Wert des Meeres drastisch verändert, so dass Tierarten wie Hummer, Krabben und Austern darunter leiden könnten. Kalte Gewässer nehmen mehr Kohlendioxid auf als warme, so dass der arktische Ozean besonders anfällig für die drohenden Veränderungen ist.
Der Säuregrad der Meere hat seit dem Beginn der industriellen Revolution um 30 Prozent zugenommen. Wenn der CO2-Ausstoß weiter wie bisher zunimmt, könnte sich der Säuregrad nach Einschätzung von Experten bis 2010 verdreifachen.
AFP
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