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Pflanzliche Arzneien richtig dosierenAuf Wechselwirkungen achten

24.12.2008, 11:12 Uhr

Pflanzliche Arzneimittel sind nicht immer so dosiert, dass ihre Einnahme tatsächlich einen Nutzen hat.

Pflanzliche Arzneimittel sind nicht immer so dosiert, dass ihre Einnahme tatsächlich einen Nutzen hat. "Bei der Selbstmedikation sollte man darauf achten, ob der Wirkstoff in ausreichendem Maße enthalten ist, wie hoch also die Konzentration ist", sagte Prof. Gustav Dobos von der Universität Duisburg-Essen in einem Gespräch.

Johanniskraut-Tabletten aus dem Discounter zum Beispiel enthielten oft nur 30 Milligramm pro Stück. Belegt sei aber, dass Johanniskraut erst ab einer Dosis von 900 Milligramm pro Tag wirksam ist. "Dafür müssten Sie 30 Tabletten am Tag schlucken", erklärt der Experte für Naturheilkunde. Eingesetzt wird die Arzneipflanze vor allem bei leichten Depressionen.

Arzt vor Einnahme fragen

Wichtig sei auch, sich über Wechselwirkungen mit anderen Arzneien zu informieren. "Johanniskraut zum Beispiel blockiert sogenannte Immunsuppressiva." Wer diese Mittel etwa wegen einer Organtransplantation nehmen muss und gleichzeitig Johanniskraut-Präparate schluckt, riskiert Abstoßungsreaktionen seines Körpers auf das neue Organ - was die Immunsuppressiva eigentlich verhindern sollen.

Ein Patient sollte seinem Arzt daher unbedingt sagen, ob er pflanzliche Mittel einnimmt, empfiehlt Dobos. Dann wisse der Arzt, ob sich die Wirkung eines bestimmten Medikaments dadurch verstärkt oder es womöglich nutzlos wird. Das gelte auch für chinesische Kräuter. "Diese interferieren zum Beispiel mit Gerinnungshemmern." Blutungen seien also möglich. Untersuchungen in den USA hätten ergeben, dass 40 Prozent der Patienten solche Arzneien anwenden, ihren Arzt aber nicht darüber informieren.