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Blickkontakt mit MonsternAugen verraten Informationen

31.10.2012, 07:48 Uhr
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Menschen suchen zuerst die Augen ihres Gegenübers. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Mensch sucht als erstes den Blickkontakt - selbst, wenn es sich bei seinem Gegenüber um ein Monster handelt. Das legt eine Untersuchung mit Fantasy-Rollenspielen nahe. Es könnte der Beweis für die These sein, dass das menschliche Gehirn automatisch nach den Augen anderer Lebewesen sucht.

Auch beim Anblick eines Monsters suchen Menschen zuerst nach dessen Augen. Dieses Ergebnis lege den Schluss nahe, dass es im Hirn einen spezialisierten Schaltkreis für das Suchen und Erkennen von Augen gebe - ganz egal, wo sich diese am Körper des Gegenübers befinden. So lassen sich Angst oder Wut eines Gegners in den Augen besonders schnell ablesen.

Bei ihrer Untersuchung spielten Computerbilder aus Fantasy-Rollenspielen eine tragende Rolle, berichtet die Gruppe um Alan Kingstone von der Universität von British Columbia in Kanada. Ihre Studie soll in den "Biology Letters" der britischen Royal Society erscheinen.

Co-Autor ist der heute 14-jährige Schüler Julian Levi von der Lord Byng Secondary School im kanadischen Vancouver. Er hatte die Frage aufgeworfen - bereits als 12-Jähriger.

Experiment mit Rollenspielen

Fantasy-Rollenspiele gehören zu den stark nachgefragten Computerspielen. In solchen Abenteuern stößt der Spieler am PC-Bildschirm auf allerlei Gegner und Freunde, mit deren Hilfe - oder gegen deren Widerstand - Aufgaben gelöst werden müssen. Oft sind Menschen zu sehen.

Hinzu kommen humanoide Figuren, etwa eine Kreuzung aus einem Mann mit einem Hirsch. Solchen Charakteren wächst dann ein Geweih aus dem Kopf. Zudem tauchen vielfach Monster auf, etwa Kampfmaschinen ohne erkennbaren Kopf, die ihre Augen irgendwo am Körper tragen.

Wo würden nun die Probanden am ehesten nach den Augen ihres Gegenübers suchen? Immer in der Mitte des Kopfes, was im täglichen Leben ja immer von Erfolg gekrönt ist? Oder spielt es keine Rolle, wo die Augen tatsächlich sind, weil das Hirn sie blitzschnell und am ganzen Körper ausfindig macht? Kingstone ließ 22 Studenten am Bildschirm auf Fantasy-Bilder blicken und erfasste zugleich mit einer Computerkamera, wohin die Testpersonen wie lange schauten.

Zügiger Blickkontakt

Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer immer zügig die Augen ihres digitalen Gegenübers suchten. Diese wurden weitaus länger fixiert, als es ihre kleine Fläche im gesamten Bild erwarten ließ. Das ging bei den Menschen und den Humanoiden schneller als bei den Monstern, die ihre Augen zum Beispiel an den Enden ihrer Arme trugen - und damit weitab der Körpermitte.

Die Daten zeigen, so das Team, dass die Probanden bei Menschen und Humanoiden an anderen Stellen nach den Augen suchen als bei den Monstern. Aber bei allen drei Gruppen fahndeten die Blicke der Teilnehmer nach den Augen, auch wenn diese fernab vom Kopf saßen.

Die Studie stütze die Annahme, dass das Hirn der Primaten darauf spezialisiert sei, diese Information zu gewinnen - und zwar unabhängig davon, ob die Augen nun in der Mitte des Kopfes sitzen oder nicht. Augen müssen rasch ausfindig gemacht werden, weil sich aus ihnen viele mitunter lebenswichtige Informationen ablesen lassen, zum Beispiel Angst oder Wut eines Gegners. Dies zu erkennen sei für alle Primaten wichtig.

Quelle: ntv.de, dpa