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Freitag, 09. April 2010

Gegen resistente Keime wirksam: Bakterie produziert neuen Stoff

Viele Kleingärtner schwören auf die humushaltige Erde vom Kompost.

Viele Kleingärtner schwören auf die humushaltige Erde vom Kompost.

Jenaer Forscher haben eine Bakterie dazu gebracht, ein bisher nicht bekanntes Molekül mit antibiotischer Wirkung zu produzieren. Der neue Stoff habe im Laborexperiment auf Keime gewirkt, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent seien, teilte das Hans-Knöll-Institut mit. Nun müsse in den nächsten Jahren getestet werden, ob sich der Stoff auch als verträgliches Medikament eigne. Produziert wird er von einer Bakterie, die in Kompost am Abbau von Cellulose unter völligem Luftabschluss beteiligt ist.

Auf die Spur des neuen Stoffes kamen die Forscher nach eigenen Angaben bei einer Gen-Analyse des Bodenbakteriums "Clostridium cellulolyticum". In dessen komplett entschlüsseltem Erbgut fanden sich Gene für die Produktion bislang nicht bekannter Stoffe. Unter Laborbedingungen habe "Clostridium" sie aber nicht abgegeben. Erst als den Bakterien auch wie in ihrer natürlichen Umgebung die Luftzufuhr abgeschnitten wurde, hätten sie das neue Molekül gebildet.

Das Institut nannte die schwefelhaltige Verbindung "Closthioamid". Die inzwischen patentierte Substanz besitze keine Querverbindungen zu anderen bekannten Stoffen, sagte ein Institutssprecher. Deshalb lasse sich weder sagen, wie sie in einem Organismus reagiere, noch wozu die Bakterien sie herstellten. Möglicherweise schalteten sie damit Nahrungskonkurrenten aus. Zunächst werde der neue Stoff nun unter anderem an Mäusen getestet.

dpa

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