Wissen

Auch auf dem Mars möglich?: Bakterien im Permafrost entdeckt

Astrobiologen entdecken extrem zähe Bakterien in sibirischem Permafrost. Damit haben sie einen wichtigen Anhaltspunkt für extraterrestrisches Leben an der Hand - zum Beispiel auf dem Mars.

Auch auf dem Marsboden befindet sich Wasser in gefrorenem Zustand.
Auch auf dem Marsboden befindet sich Wasser in gefrorenem Zustand.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Geringer Druck, Sauerstoffmangel und Eiseskälte: Forscher haben im sibirischen Permafrostboden Bakterien gefunden, die unter solchen Extrembedingungen gedeihen können. Ihre Entdeckung könne möglicherweise bei der Suche nach außerirdischem Leben hilfreich sein, schreibt das Team um Wayne Nicholson von der Universität von Florida in den "Proceedings" er US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Nicholson und seine Kollegen wollten Mikroorganismen aufspüren, die unter extremen Konditionen wachsen können – auch mit Blick auf mögliches extraterrestrisches Leben, etwa auf dem Mars. Der Rote Planet gilt Astrobiologen als vielversprechendes Erkundungsziel. Zum einen, weil er der Erde relativ nah und ähnlich ist. Zum anderen, weil es zunehmend Belege für die Existenz von flüssigem Wasser auf ihm gibt. Flüssiges Wasser gilt als eine Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Leben auf dem Mars vor großen Herausforderungen

Nichtsdestotrotz stellt der Mars mögliches Leben auch vor beachtliche Herausforderungen. So herrschen auf ihm extrem niedrige Temperaturen, geringer Druck, ein Mangel an organischen Nährstoffen sowie ein hohes Maß an kosmischer und Sonnenstrahlung. Seine Atmosphäre besteht zudem zum Großteil aus Kohlendioxid (CO).

Bilderserie

Auf der Suche nach Lebensformen der Erde, die eventuell auch auf dem Mars existieren könnten, hatten die Forscher einen wichtigen Anhaltspunkt: Wasser befindet sich auf dem Roten Planeten in gefrorenem Zustand im Boden. Die Permafrostböden der Erde gelten aus diesem Grund als terrestrisches Gegenstück der Marsumgebung. Die Wissenschaftler untersuchten daher Proben dieses Bodentyps aus dem Nordosten Sibiriens.

Nachdem sie im Boden enthaltene Bakterien 28 Tage lang auf einem Nährboden bei normalem Druck und Temperatur wachsen ließen, brachten die Forscher die Kolonien auf neue Nährplatten. Dort wurden sie bei null Grad Celsius und unter verschiedenen Druck- und atmosphärischen Bedingungen 30 Tage lang isoliert.

Permafrost ein vielversprechender Ort

Sechs Bakterienkolonien waren demnach in der Lage, bei null Grad, geringem Druck und einer CO2-reichen Atmosphäre zu gedeihen. DNA-Analysen zeigten, dass die zähen Organismen allesamt zur Gattung Carnobacterium gehören, einer Gruppe der Milchsäurebakterien.

Die Forscher wiederholten den Test daraufhin mit neun bereits bekannten Arten der Gattung, die sie zuvor isoliert hatten – etwa aus Milch und den Gedärmen von Atlantischem Lachs. Auch diese Carnobakterien wuchsen unter den Extrembedingungen.

Permafrost scheine ein vielversprechender Ort für die Suche nach Mikroorganismen zu sein, die unter ähnlichen Druck-, Temperatur- und atmosphärischen Verhältnissen wachsen können wie auf dem Mars, heißt es in den "Proceedings". Nicholson und seine Kollegen weisen jedoch darauf hin, dass es sich bei den Bedingungen im sibirischen Permafrost nur um einen kleinen Teil der biotoxischen Faktoren des Roten Planeten handelt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen