Samstag, 28. August 2010
Parfüm des Todes : Bakterien stellen Würmern Falle
Fressen und gefressen werden: Fadenwürmer und Bakterien.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Mit einer ans Trojanische Pferd erinnernden Taktik locken bestimmte Bakterien im Boden lebende Fadenwürmer in die Falle. Die Mikroorganismen verströmen einen appetitlichen Nahrungsduft und lassen sich von den daraufhin herankriechenden Würmern fressen. Einmal im Darm angelangt, setzen die Bakterien ihre tödliche Waffe frei: zwei Enzyme, die die Würmer von innen heraus auflösen. Nachzulesen ist die Strategie der Bakterien in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.
Die Forscher um Quihong Niu von der Yunnan University (Yunnan/China) hatten zunächst die Duftstoffe von Bakterien namens Bacillus nematocida identifiziert. Demnach verströmen diese siebzehn verschiedene Düfte, sieben davon scheinen speziell Nematoden wie Caenorhabditis elegans anzulocken. Die Wissenschaftler zeigten weiter, dass die Würmer dem verlockenden Duft erliegen und die Bakterien verschlingen.
Die Bakterien gehen dabei keineswegs selbst zugrunde, sondern sammeln sich im Darm der Würmer. Dort setzen sie dann die speziellen Enzyme frei, sogenannte Proteasen. Diese greifen den Darm der Würmer an schädigen ihn schwer. Schließlich sterben die Würmer – und werden ihrerseits zur Nahrung für die Bakterien.
Dieser Mechanismus sei bislang nicht bekanntgewesen, schreiben die Forscher. Bisher nahmen Experten an, dass von Bakterien freigesetzte Proteasen die äußere Oberfläche von Würmern oder Insekten abbauen, um Nährstoffe freizusetzen. Durch die Zerstörung der inneren Gewebe beeinträchtigten die Bakterien das Immunsystem der Würmer und entgingen deren Abwehrmechanismen.
dpa
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