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Kaulquappen und Eier des Frosches Frankixalus jerdonii.
Kaulquappen und Eier des Frosches Frankixalus jerdonii.(Foto: SD Biju/Universität Delhi/dpa)

Nach 137 Jahren: Baumfrosch in Indien wiederentdeckt

Lange Zeit dachte man, dass die zwei toten Exemplare, die im Londoner Museum liegen, die letzten ihrer Art seien. Nun machen Forscher eine unverhoffte Entdeckung.

Ein längst als ausgestorben geglaubter Baumfrosch ist 137 Jahre nach der letzten wissenschaftlichen Beobachtung in Indien wiederentdeckt worden. Das Tier stelle sogar nicht nur eine eigene Art, sondern eine eigene Gattung dar, erklärte der indische Biologe Sathyabhama Das Biju in Neu Delhi. Das hätten genetische Analysen gezeigt. Biju benannte das Tier, das er und seine Kollegen zufällig im Nordosten Indiens fanden, daher neu und zwar auf den Namen Frankixalus jerdonii. Im Fachblatt "PLOS ONE" berichten die Forscher von dem Fund.

Der Frosch stellt sogar nicht nur eine eigene Art, sondern eine eigene Gattung dar.
Der Frosch stellt sogar nicht nur eine eigene Art, sondern eine eigene Gattung dar.(Foto: SD Biju/Delhi University/dpa)

Frankixalus jerdonii ist mit 37 bis 47 Millimetern ziemlich groß, hat vorgewölbte Augen, ein abgestumpftes Maul und lebt in Baumlöchern bis zu sechs Metern über dem Boden. "Ungewöhnlich an dem Tier ist nicht nur die Höhe, sondern auch, dass die Mutter eine erstaunliche elterliche Fürsorge an den Tag legt. Weil es in den Baumhöhlen nur unzureichend Nahrung gibt, füttert sie die Kaulquappen mit unbefruchteten Eiern", sagte Biju.

Die Kaulquappen haben keine Zähne, sondern saugen die Eier ein und verdauen sie dann. Zuerst entdeckt und wissenschaftlich untersucht wurde der Frosch 1870 von dem britischen Naturforscher Thomas C. Jerdon. Er brachte zwei Exemplare aus dem indischen Darjeeling mit nach Großbritannien und konservierte sie im Natural History Museum in London. Danach sei kein Fund des Frosches mehr von Experten beschrieben worden, und er habe als ausgestorben gegolten, schreibt die Universität von Neu Delhi, an der Biju lehrt.

Rufe in der Nacht

Erst 2007 - also 137 Jahre später - sei er zufällig auf den Frosch gestoßen, sagte Biju, der häufig als "Froschmann von Indien" bezeichnet wird, weil er zahlreiche von Indiens Frösche gefunden und klassifiziert hat. "Es war Nacht, als unser Team laute, ungewöhnliche Rufe von den Bäumen im Dschungel hörte", erzählte er. "Als wir am nächsten Morgen an die Stelle zurückkehrten, fanden wir Frösche, die im Regenwasser in Baumhöhlen brüteten."

Für die Publikation hätten er und Wissenschaftler aus dem indischen Pune, Belgien, Sri Lanka und den USA fast zehn Jahre gebraucht, weil sie per DNA-Analyse sichergehen wollten, wie der Frosch einzuordnen sei, sagte Biju. Sie hätten ihn in den indischen Bundesstaaten Meghalaya, Nagaland und Manipur gefunden. Insgesamt gebe es in Indien mehr als 110 bekannte Arten von Baumfröschen.

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Quelle: n-tv.de

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