Beschäftigten-BefragungBedenkliche Ergebnisse
Jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland beurteilt seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 20.000 Beschäftigten.
Jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland beurteilt seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 20.000 Beschäftigten.
Die Befragung wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA, Dortmund) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB, Bonn) durchgeführt.
Schmerzen im Nacken, Rücken und an den Schultern sowie allgemeine Erschöpfungszustände führten die Liste der gesundheitlichen Beschwerden an. Insgesamt hätten die Beschäftigten jedoch eine hohe Arbeitszufriedenheit angegeben. Die in der Befragung gewonnenen Daten sollen nach Angaben der BAuA helfen, die Arbeitsbedingungen in den Betrieben und damit die Gesundheit der Beschäftigten zu verbessern.
Als Trend zeichne sich unter anderem eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten ab, so die Forscher. "Die Beschäftigten arbeiten länger als vereinbart", hieß es. 61 Prozent leisten demnach mehr als vierzig Wochenstunden ab, obwohl nur etwa ein Drittel entsprechende Arbeitsverträge hat. Viele Beschäftigte gehen zudem Nebentätigkeiten nach, so dass etwa jeder Fünfte über 48 Stunden in der Woche erwerbstätig ist.
In Schichtarbeit arbeitet zumindest gelegentlich jeder vierte Beschäftigte. An Wochenenden fällt mindestens gelegentlich für 70 Prozent der Samstag und für 40 Prozent der Sonntag als Ruhetag aus. Etwa jeder Fünfte kennt Nachtarbeit aus eigener Erfahrung. Der Anteil der Erwerbstätigen, die Bereitschaftsdienst leisten, liegt ähnlich hoch.
Bei den Umgebungsbedingungen fühlt sich jeder fünfte Betroffene durch Sitzen beziehungsweise jeder Vierte durch Stehen belastet. Bedingungen wie das Heben und Tragen schwerer Lasten, Lärm sowie Kälte oder Nässe finden mehr als 20 Prozent an ihrem Arbeitsplatz vor. Dies empfinden über die Hälfte der Betroffenen als belastend.
Der Großteil der Befragten ist den beruflichen Anforderungen nach eigenen Angaben gewachsen. Angesichts seiner Qualifikation fühlt sich jedoch fast jeder Siebte unterfordert, angesichts des Arbeitspensums fast jeder Sechste überfordert. Mehr als die Hälfte der Befragten ist Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt, fast 60 Prozent der Betroffenen empfinden ihn als belastend. Ähnlich verhält es sich mit Störungen bei der Arbeit.
Nur jeder dritte Betrieb bot in den vergangenen zwei Jahren Maßnahmen der Gesundheitsförderung an. Bestehende Angebote nutzten zwei von drei Befragten. Hingegen konnte nur etwa jeder Vierte die Frage bejahen, ob eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung an seinem Arbeitsplatz vorgenommen wurde.
Bei der fünften Erwerbstätigen-Befragung wurden zwischen Oktober 2005 bis März 2006 Erwerbstätige ab 15 Jahren mit einer Arbeitszeit von mindestens zehn Stunden pro Woche in Deutschland telefonisch befragt. Zuletzt hatte es 1998/99 eine Erwerbstätigen-Befragung gegeben.