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Computergrafik eines Schlaganfalls im menschlichen Gehirn.
Computergrafik eines Schlaganfalls im menschlichen Gehirn.(Foto: imago/Science Photo Library)

"Time is Brain": Bei Schlaganfall möglichst schnell handeln

Von Jana Zeh

Unwohlsein, Sehverlust oder Lähmungserscheinungen: Bei einem Hirnschlag handelt es sich um einen medizinischen Notfall, bei dem jede Sekunde zählt.

Rund 250.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Die Durchblutungsstörung im Gehirn ist die häufigste Ursache für bleibende Invalidität bei Erwachsenen und eine der häufigsten Todesursachen. Welche Ursachen ein Hirnschlag hat, wie man ihn erkennt und wer besonders gefährdet ist, erfahren Sie hier.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Schlaganfall und einem Hirnschlag?

Hirnschlag

Besser bekannt als Schlaganfall ist der Hirnschlag, die Bezeichnung für einen plötzlichen Durchblutungsverlust im Gehirn. Ursache dafür ist oftmals ein Gefäßverschluss. Er kann aber auch durch eine Blutung im Gehirn ausgelöst werden.

Die Durchblutungsstörung im Gehirn führen zum Absterben von Nervenzellen. Je nachdem, welches Areal im Gehirn und wie schwer es geschädigt wird, sind die Symptome, die von diversen Ausfall- und Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen können.

Aus diesem Grund ist es wichtig, bei den ersten Anzeichen schnell zu reagieren und einen Notarzt zu rufen.

Nein, beide Bezeichnungen stehen für den gleichen Vorgang im Körper, nämlich einem plötzlich auftretenden Durchblutungsverlust im Gehirn. Die häufigste Ursache ist ein Gefäßverschluss. In diesem Fall sprechen Ärzte von einem ischämischen Insult. Jeder fünfte Schlaganfall allerdings entsteht durch eine Hirnblutung. Diese wird in der Fachsprache als hämorrhagischer Insult bezeichnet. Neben diesen Bezeichnungen gibt es auch noch den Gehirnschlag, Apoplex, Apoplexie, zerebraler oder apoplektischer Insult oder Ictus apoplecticus. Alle Bezeichnungen stehen für die gleiche Erkrankung.

Wie erkennt man einen Hirnschlag?

Die Durchblutungsstörung im Gehirn kann eine Menge verschiedener Symptome hervorrufen. Es kommt darauf an, welche Areale im Gehirn von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten sind. Die Symptome können von leichten Sprach- oder Sehstörungen bis hin zu vollständigen, einseitigen Lähmungen oder sogar Bewusstseinsverlust reichen. Es kann auch sein, dass sich ein Arm oder eine Hand pelzig anfühlt; plötzlicher Schwindel, Schluckstörungen ohne Grund genauso wie heftige Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Benommenheit können auftreten. Bei solchen Symptomen sollte man nicht lange abwarten, sondern so schnell wie möglich die 112 anrufen, um Hilfe zu holen, denn bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Je länger das Gehirn von der Versorgung mit Sauerstoff getrennt ist, desto schwerer sind die Schäden.

Gibt es auch einen Mini-Schlaganfall?

Auch wenn nur ein Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, sollte man nicht zögern, schnell Hilfe zu holen.
Auch wenn nur ein Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, sollte man nicht zögern, schnell Hilfe zu holen.(Foto: picture alliance / dpa)

Ja, als solcher wird die sogenannte transistorisch ischämische Attacke (TIA) bezeichnet. Sie ist ein Warnzeichen des Körpers und gilt als Vorbote des Schlaganfalls. Auch die TIA ist ein medizinischer Notfall. Sie äußert sich bei jedem Menschen anders und die Symptome ähneln sehr denen eines Schlaganfalls, allerdings sind alle Einschränkungen nach spätestens 24 Stunden wieder verschwunden. Auf jeden Fall sollten sich Betroffene auch unter 112 schnelle Hilfe holen. Durch eine ärztliche Behandlung kann ein folgender Schlaganfall in rund 80 Prozent aller Fälle verhindert werden.  

Wer ist am meisten gefährdet?

Jeder zweite Schlaganfall trifft eine Person über 70 Jahre, mehr als 80 Prozent sind über 60 Jahre alt. Das Alter scheint also ein echter Risikofaktor zu sein, genauso wie die genetische Veranlagung. Dazu kommen ein hoher Blutdruck, Diabetes mellitus und erhöhte Cholesterinwerte. Zudem erhöhen Nikotin und Alkohol das Schlaganfall-Risiko, genauso wie Übergewicht. Auch Patienten, die unter Migräne leiden, haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Schlaganfall und einem Hirninfarkt?

Beim Schlaganfall kommt es durch akute Durchblutungsstörungen zu Fehlfunktionen im Gehirn und sogar zum Absterben von Nervenzellengewebe. Der Hirninfarkt ist eine Variante des Schlaganfalls. Wenn dieser nämlich nicht durch eine Hirnblutung, sondern einen Gefäßverschluss verursacht wurde, dann spricht man auch von einem Hirninfarkt oder von einem ischämischen Schlaganfall (Ischämie – Blutmangel). Er ist vergleichbar mit einem Herzinfarkt. Beide Schlaganfall-Varianten können auch als eine Folge des jeweils anderen auftreten.

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Quelle: n-tv.de

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