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Rußpartikel aus PrivathaushaltenBraune Wolke über Asien

27.01.2009, 17:03 Uhr

Die sich im Winter über große Teile Asiens und den Indischen Ozean erstreckende, riesige braune Wolke stammt zu etwa zwei Dritteln aus den Haushalten der Region.

Die sich im Winter über große Teile Asiens und den Indischen Ozean erstreckende, riesige braune Wolke stammt zu etwa zwei Dritteln aus den Haushalten der Region. Das berichtet eine Gruppe um Örjan Gustafsson von der Universität Stockholm nach einer chemischen Analyse der Rußpartikel in der Luft.

Die Resultate stehen im Journal "Science". Die Wolke lässt sich vom All aus beobachten, etwa mit Satelliten der NASA.

Die neue Analyse stützt sich auf eine Besonderheit des Elementes Kohlenstoff (C). Der kommt in mehreren "Sorten" vor, die Isotope genannt werden. Diese unterscheiden sich chemisch nicht voneinander, tragen aber eine unterschiedliche Zahl von Bausteinen im Atomkern. Bekannt sind Kohlenstoff-Atome mit 10 bis 14 Bausteinen im Kern.

C14-Isotope gemessen

Das Isotop C14 ist radioaktiv und wird von Pflanzen und Tieren ebenso wie andere Isotope beim Wachstum in den Organismus eingebaut. Nach dem Tod zerfällt C14 in andere Kohlenstoff-Isotope. Je älter ein Stück Holz oder ein Knochen sind, umso weniger C14 ist darin enthalten eine Tatsache, die sich zur Altersbestimmung nutzen lässt.

Dies taten auch Gustafsson und seine Kollegen: Sie analysierten Ruß aus der braunen Wolke auf dessen Gehalt an C14-Isotopen. Im Erdöl, das vor Millionen Jahren aus Pflanzen entstand, ist das C14 inzwischen zerfallen. Holz, Papier, Viehdung und andere zeitgenössische Kohlenstoffquellen enthalten noch einen "frischen" Anteil des Isotops, den die Forscher nun nachgewiesen haben, an Sammelstellen in Indien und auf den Malediven.

Armut in Asien bekämpfen

Dieses Verfahren erklärt Sönke Szidat von der Universität Bern in einem begleitenden "Science"-Artikel (Bd. 323, S. 470). Und demnach trägt die Verbrennung im Haushalt zum Heizen oder Kochen zu zwei Dritteln zur braunen Wolke bei.

2007 hatte Veerabhadran Ramanathan von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla (US-Staat Kalifornien) berichtet, dass die braune Wolke zur Klimaerwärmung beiträgt. Die fein verteilten Partikel in der Luft absorbieren die Energie des Sonnenlichtes und heizen damit die Atmosphäre zusätzlich auf ("Nature", Bd. 448, S. 575). Gustafsson regt nun in "Science" an, die Armut in Asien zu bekämpfen, um die braune Wolke zu schwächen. Es reiche nicht, nur den Autoverkehr oder Kohlekraftwerke einzuschränken.