Montag, 27. Oktober 2008
Embryos im Reagenzglas: Briten entwickeln Gentest
Britische Mediziner haben einen Schnelltest entwickelt, mit dem Embryonen auf tausende Erbkrankheiten geprüft werden sollen. Bei dem von einem Forscherteam des Londoner Bridge Centre entwickelten Test soll das Erbgut binnen weniger Wochen auf 15.000 Erbkrankheiten "abgescannt" werden, berichtete der britische Sender BBC.
Er werde Eltern mit Erbkrankheiten ermöglichen, bei einer künstlichen Befruchtung entstandene Embryonen testen zu lassen, bevor diese in die Gebärmutter eingesetzt werden sollen. Bisher werde bei solchen Prüfungen nur jeweils eine Krankheit berücksichtigt oder aber die Prüfung nehme viel mehr Zeit in Anspruch. In Deutschland sind derartige Tests verboten.
Der Test solle 1500 Pfund (1800 Euro) kosten und könnte im nächsten Jahr verfügbar sein, hieß es weiter. Wenige Tage alte Embryonen soll dabei eine Zelle entnommen und deren Erbmaterial auf Erbkrankheiten wie Mukoviszidose durchsucht werden. Professor Alan Handyside, der den Test mit seinem Team entwickelte, sagte der Zeitung "The Times", er habe bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), die Zulassung der Methode beantragt.
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