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600 neue Arten auf der Insel: Briten richten Frühwarnsystem ein

Großbritannien ist zwar eine Insel und daher vor allen möglichen Einwanderern geschützt. Seit 1950 gelangen dennoch 600 neue Arten dorthin. Die Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen.

Raue Schönheit: Großbritanniens Küste.
Raue Schönheit: Großbritanniens Küste.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zwischen 1959 und 1999 kamen 528 neue Arten in Großbritannien an, verglichen mit 417 von 1900 bis 1949. In den Jahren 1850 bis 1899 waren es 250, berichtet das britische Zentrum für Ökologie und Wasserkunde. Die finanziellen Folgen für die Wirtschaft des Landes bezifferte das Zentrum auf rund 1,7 Milliarden Pfund (rund 2,1 Milliarden) jährlich. Etwa 15 Prozent der neuen Arten haben einen negativen Einfluss, heißt es in dem neuen Report. Die meisten der neuen Tiere und Pflanzen stammen aus Europa.

Die Experten haben ein Frühwarnsystem eingerichtet und gehen davon aus, dass sich bald auch asiatische Hornissen in Großbritannien heimisch fühlen könnten – dies wäre eine Gefahr für die heimischen Honigbienen, die zur Beute der Raubinsekten zählen.

Auch das aus Südamerika stammende und schnell wachsenden Flutende Heusenkraut (Ludwigia peploides) könnte sich bald etabliert haben. Das gilt auch für die unter Wasser wachsende Seescheiden (Didemnum vexillum). Insgesamt verzeichnen die Wissenschaftler 1875 in Großbritannien etablierte, nicht einheimische Arten, von der Zebramuschel über die Brautente bis zur Schmuckschildkröte. 1377 Arten sind Pflanzen, Insekten bilden mit 278 Arten die zweitgrößte Gruppe der Einwanderer.

Viele der durch den internationalen Handel, von Tierliebhabern oder mit dem Ballastwasser in Schiffen eingeschleppten Fremdlinge fühlen sich auch in Deutschland wohl.

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Quelle: n-tv.de

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