Freitag, 14. August 2009
Droge gegen Droge?: Cannabis hilft gegen Heroinsucht
THC ist der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze. Wird dieser Ratten injiziert, die seit der Geburt von ihren Müttern getrennt sind, verlieren diese Jungtiere ihre Abhängigkeit von Opiaten wie Morphin und Heroin. Das ist das Ergebnis einer Studie französischer Wissenschaftler.
Hilft der Konsum von THC auch beim Menschen gegen die Abhängigkeit von Opiaten? Bei Ratten scheint es zu funktionieren.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Zur Untersuchung der psychischen Erkrankungen haben die Neurobiologen Tiermodelle entwickelt, wie zum Beispiel das Modell der Trennung eines Neugeborenen von seiner Mutter. Dabei werden die Ratten täglich mehrere Stunden von ihren Müttern getrennt - das kann später zu einer langfristigen Hirnfunktionsstörung führen.
Die Forschergruppe des Labors fur Physiopathologie der ZNSKrankheiten um Valerie Dauge hat nun die Auswirkungen dieser Trennung, die mit THC-Injektionen verbunden worden ist, auf das Verhalten gegenüber Opiaten hin analysiert. Das Ergebnis wurde m Fachmagazin "Neuropsychopharmacology" veröffentlicht.
Jungtiere besonders schnell abhängig
Zuvor hatten die Forscher bereits gezeigt, dass Jungratten, die von ihren Müttern getrennt waren, besonders empfänglich für Morphin und Heroin waren und schnell abhängig wurden. Während ihrer "Jugendzeit" (zwischen 35 und 48 Tage nach der Geburt) wurde die verabreichte THC-Dosis regelmäßig erhöht.
Später haben die Forscher den Morphin-Konsum im Erwachsenenalter gemessen und dabei festgestellt, dass die Tiere kein typisches morphinabhängiges Verhalten mehr entwickelten, wie es sonst zu beobachten war.
Bald neue Therapien?
Die Tierversuche sollen es den Forschern ermöglichen, sich ein besseres Bild davon zu machen, welche Auswirkungen die Bedingungen nach der Geburt auf die Neurobiologie und das Verhalten der Menschen haben. In diesem Zusammenhang bilden die gewonnenen Ergebnisse die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung von Entzugserscheinungen und zum Unterdrücken der Drogenabhängigkeit.
fma/idw
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