Donnerstag, 26. Juni 2008
Erkrankungen vorbeugen: Cholesterinwert kontrollieren
Seinen eigenen Cholesterinspiegel zu kennen, kann lebenswichtig sein. Denn ein erhöhter Wert ist nach Angaben der Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (Lipid-Liga) in München ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen - neben Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht. Fast jeder zweite Todesfall in Deutschland ging den Angaben zufolge im Jahr 2006 darauf zurück.
Für den Test reicht schon ein Blutstropfen - der Arzt entnimmt ihn aus einer Vene, für Geräte in der Apotheke kommt er meist aus der Fingerbeere. Jedoch sollte dabei nicht nur der Gesamt-Cholesterinwert ermittelt werden, sagte Prof. Achim Weizel, Mitgründer und Erster Vorsitzender der Lipid-Liga, anlässlich des Tags des Cholesterins am 27. Juni. Wichtig sei, sowohl den Anteil des "guten" wie auch des "schlechten" Cholesterins zu messen.
160 Milligramm je 100 Mililiter Blut
Cholesterin ist eine Grundsubstanz des Körpers und Bestandteil allen Gewebes. Das "schlechte" Cholesterin, kurz LDL, kann Gefäße aber gefährlich verengen und damit zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Sein Anteil sollte möglichst niedrig sein. "Wenn man keine zusätzlichen Risikofaktoren hat, ist ein Wert von 160 Milligramm oder weniger pro 100 Milliliter Blut normal", sagte Weizel. Das "gute" Cholesterin HDL wirkt dagegen der Gefäßverkalkung entgegen, indem es überschüssiges Cholesterin aus dem Körper schleust. Dieser Wert sollte mindestens bei 45 Milligramm pro 100 Milliliter liegen.
Senken lasse sich ein zu hoher LDL-Wert mit "Lifestyle-Maßnahmen": "Das Gewicht sollte reduziert, mehr Sport betrieben und eine Mittelmeerkost eingehalten werden, also fettarm und ballaststoffreich gegessen werden", empfahl Weizel. Dazu gehörten auch gesunde Öle wie Olivenöl und zweimal in der Woche Fisch. "Wenn das nichts nützt, geht es nur mit Medikamenten." Das betreffe meist Menschen, bei denen der hohe Cholesterinspiegel genetisch bedingt ist - bei einem von 500 ist das der Fall. Die Basis aber sei eine Veränderung des Lebensstils.
Bewegung hilft
Bei gesunden Menschen mit normalen Werten ist dem Lipid-Liga- Präsidenten zufolge ein Test alle ein bis zwei Jahre ausreichend. Bei allen anderen sollte alle drei Monate gemessen werden. Denn schon nach sechs bis acht Wochen vermehrter Bewegung könne sich ein verbesserter HDL-Wert bemerkbar machen.
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