Montag, 20. April 2009
Raucherkrankheit nimmt zu: Chronische Bronchitis
Immer mehr Menschen erkranken an chronischer obstruktiver Bronchitis, einer dauerhaften Lungenerkrankung. "Die Krankheit wurde jahrelang unterschätzt", sagte Professor Michael Pfeifer auf dem Internistenkongress in Wiesbaden. In Deutschland seien bereits mehr Menschen davon betroffen als von der Atemwegserkrankung Asthma: 8,7 Prozent der Männer und 3,7 Prozent der Frauen über 40 Jahren seien erkrankt. Die chronisch obstruktive Bronchitis nach dem englischen Ausdruck kurz "COPD" genannt gilt als Raucherkrankheit: Nahezu alle Betroffenen seien Raucher, so der Internist vom Universitätsklinikum Regensburg.
Die Atemwege der Betroffenen werden vom Rauchen oder aufgrund von Luftverschmutzungen verengt. Außerdem wird - im Gegensatz zum einfachen Husten - Lungengewebe dauerhaft zerstört. Die Patienten leiden unter starker Atemnot. COPD trete zudem häufig als Risikofaktor mit anderen Krankheiten auf, so Pfeifer. Werde ein Patient etwa mit Herzerkrankung und gleichzeitiger COPD ins Krankenhaus eingeliefert, verdopple sich sein Todesrisiko.
Nichtrauchen als beste Prävention
Mit Medikamenten können die Beschwerden der chronisch Lungenkranken zwar gelindert werden, der Krankheitsverlauf ist jedoch nicht aufzuhalten. Neue Behandlungsmethoden - etwa implantierte Lungenventile und neue Medikamente - seien in den nächsten Jahren zu erwarten. Der Spezialist rät zum Nichtrauchen als einfacher Prävention.
Zum 115. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) sind rund 9000 Ärzte und Wissenschaftler zusammen gekommen. Mit 19.000 Mitgliedern vereint die Gesellschaft mit Sitz in Wiesbaden alle internistischen Fachgebiete. Bis zum Mittwoch stehen bei dem Treffen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rheuma und Bluthochdruck im Mittelpunkt.
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