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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Gähnende Schimpansen: Computeraffen wirken ansteckend

Selbst ein Computer-generiertes Gähnen kann anstecken, und das nicht nur bei Menschen. Auch Schimpansen werden von ihren künstlichen Ebenbildern unwiderstehlich zum Gähnen getrieben.

Das ist ein Zeichen für eine unbewusste emotionale Bindung, berichten amerikanische Verhaltensforscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Matthew Campbell und seine Mitarbeiter vom Primaten-Forschungszentrum der Emory-Universität in Lawrenceville (US-Staat Georgia) hatte 24 Schimpansen jeweils 15 Minuten Computeranimationen von Affen anschauen lassen, die entweder ausgiebig gähnten oder eine andere, neutrale Bewegung der Mundregion zeigten. Dabei stellten sie fest, dass die Schimpansen statistisch deutlich häufiger gähnten, wenn dies ihr Gegenüber auf dem Bildschirm auch getan hatte. Wäre das nur ein Zeichen von Langeweile, so hätten die Affen im Laufe der Versuche immer häufiger gegähnt - dies war aber nicht zu beobachten.

Emotionale Bindung mit dem Gegenüber

Die Ansteckung durch Gähnen ist ein unbewusstes Verhalten, das auf eine emotionale Verbindung mit dem Gegenüber hinweist, sagen die Forscher. Beim Menschen kann diese Verbindung so weit gehen, dass wir auch mit Zeichentrickfiguren mitleiden, die nur wenige, dafür entscheidende mimische Gemeinsamkeiten mit uns haben.

Bilderserie

Die mögliche emotionale Bindung von Affen mit Computeranimationen erschließe völlig neue Möglichkeiten in der Verhaltensforschung, glauben die Forscher. So sei es möglich, sehr eng definierte und reproduzierbare Verhaltensmuster zu testen und Affen sogar mit Kombinationen von Mimik und Verhalten zu konfrontieren, die in der Natur nicht vorkommen oder nur schwer zu filmen sind.

Quelle: n-tv.de

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