Donnerstag, 08. Januar 2009
Aus tiefgefrorenen Zellen: Delikatess-Rinder geklont
Japanische Forscher haben aus tiefgefrorenen Hodenzellen ein legendäres Rind geklont, dessen Nachfahren bis heute Fleisch von höchster Qualität liefern. Mit Hilfe von seit 13 Jahren eingefrorenen Zellen des berühmten Bullen Yasufuku seien vier Kälber mit identischem Erbgut gezeugt worden, teilten Forscher der Kinki-Universität und des Viehzucht-Forschungsinstituts der Präfektur Gifu mit. Zwei der Klontiere überlebten demnach.
Yasufuku ist der Urvater des Hidagyu-Rindfleischs, das ähnlich teuer ist wie das auch hierzulande verkaufte Kobe-Rind. Das Fleisch gilt als besonders zart und schmackhaft, unter anderem weil die Tiere während der Aufzucht oft massiert und mit Bier gefüttert werden. Die japanischen Forscher wollen nun nach eigenen Angaben herausfinden, welche genetischen Faktoren und Proteinstrukturen die Fleischqualität beeinflussen.
Hochtrabende Träume
Langfristig wollen sie auch ausgestorbene Tierarten wiederbeleben: "Unser Traum ist es, ein Mammut zu schaffen", sagte Kazuhiro Saeki von der Kinki-Universität. Um das riesige Eiszeit-Säugetier zu klonen, müsste ein Mammut-Zellkern in eine Elefanten-Eizelle eingepflanzt werden.
Der jüngste Klonerfolg dürfte in jedem Fall die Debatte über den Verkauf geklonten Fleisches in Japan neu beleben. Die Regierung in Tokio steht einer Freigabe nach Medienberichten positiv gegenüber. In den USA stimmten die Behörden bereits im vergangenen Jahr dem Verkauf von geklonten Tierprodukten zu.
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