Samstag, 19. September 2009
Die Schleiereule: Der Pilz des Jahres 2010
Ein prächtiger, seltener Speisepilz mit dem Volksnamen Schleiereule ist der Pilz des Jahres 2010. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie stellt den Pilz aus der Gruppe der Schleierlinge an der Uni Greifswald vor.Die Pilzart, lateinisch Cortinarius praestans, ist in weiten Gebieten Deutschlands recht selten und fehlt im Norden völlig. Mit über 20 Zentimeter Hutbreite ist die Schleiereule nicht nur die größte Art der Gattung; sie ist auch sehr wohlschmeckend und in der Schweiz und in Frankreich ein beliebter Marktpilz. Wegen der Seltenheit, der Schwermetallbelastung der Fruchtkörper und der Möglichkeit der Verwechslung mit anderen, hochgiftigen Schleierlingen raten Experten aber vom Sammeln und anschließendem Verspeisen dringend ab.
Bei jungen Schleiereulen spannt sich ein spinnwebenartiger Schleier vom Hutrand zum Stiel. Der Hut ist mit einer seidig glänzenden Hülle überzogen, die beim Aufschirmen zerreißt und den Blick auf die violettlich-bräunliche Huthaut freigibt. Dieses an das Auge einer Eule erinnernde Aussehen hat dem Pilz die populären Namen Schleiereule oder auch Eulenauge eingetragen.
Maschinenrodung verdrängt die Art
In Deutschland gilt die wärmeliebende und in naturnahen Laubwäldern auf kalkhaltigen Böden wachsende Art als selten. Die Mykologen fordern zu ihrer Erhaltung die Bewahrung natürlicher Wälder. Durch den stark zunehmenden Einsatz schwerer Maschinen bei der Holzernte würden die empfindlichen Böden nachhaltig gestört. Damit hätten die in einer engen Gemeinschaft mit Bäumen gedeihenden Pilze langfristig keine Überlebenschancen.
dpa
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