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Dank des Wachstums wird es auch weiterhin Gedränge in deutschen Städten geben, so wie hier am Kölner Hauptbahnhof.
Dank des Wachstums wird es auch weiterhin Gedränge in deutschen Städten geben, so wie hier am Kölner Hauptbahnhof.(Foto: imago/Future Image)
Dienstag, 03. Oktober 2017

Boom in Großstädten: Deutsche Bevölkerung schrumpft doch nicht

Seit Jahren wird dem Bevölkerungsrückgang in Deutschland mit Sorge entgegengesehen. Insbesondere im Hinblick auf die Rente ist das Thema auch politisch schwierig. Nun geben Forscher Entwarnung, vor allem aus zwei Gründen.

Einer Studie zufolge wird die deutsche Bevölkerung in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich anwachsen. Die IW-Studie besagt, dass im Jahr 2035 mehr als 83,1 Millionen Menschen in der Bundesrepublik leben, rund eine Million mehr als im Jahr 2015.

Vor allem die Großstädte Berlin, Hamburg und München würden weiter wachsen. Berlin werde 2035 vier Millionen Einwohner haben, gut 500.000 mehr als 2015. Das entspricht einer Zunahme um 14,5 Prozent. Auch München dürfte demnach um 14,4 Prozent zulegen, Hamburg gewinne bis 2035 rund neun Prozent Bevölkerung hinzu.

"Der lange erwartete Bevölkerungsrückgang in Deutschland bleibt in den kommenden beiden Dekaden offensichtlich aus", sagten die Forscher des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Grund für die angenommene Zunahme sind steigenden Geburtenzahlen und Zuwanderung. Nach dem Rekordzuwachs im Jahr 2015 rechnen die Forscher demnach auch künftig damit, dass die Zuwanderung höher ausfallen wird als in früheren Jahren erwartet.

Bei den Flächenländern ist Bayern dem Vorabbericht zufolge mit einem Plus von 3,9 Prozent das Bundesland mit dem höchsten Bevölkerungsanstieg, gefolgt von Baden-Württemberg mit 3,1 Prozent. Weitgehend konstant dürfte die Einwohnerzahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit einem Plus von 0,5 Prozent bleiben, in Niedersachsen (plus 0,4 Prozent), Bremen (plus 0,2 Prozent), Rheinland-Pfalz (ohne Veränderung) und Schleswig-Holstein mit einem Minus von 0,1 Prozent. Die größten Bevölkerungsverluste müssen demnach Sachsen-Anhalt mit einem Minus von 10,6 Prozent und Thüringen (minus 10,2 Prozent) verkraften.

Quelle: n-tv.de

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