Dienstag, 08. September 2009
Neuen Therapieansatz entdeckt: Diabetes-Medikament bei MS
Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, benötigen Hilfe.
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Forscher haben einen neuen Ansatz zur Bekämpfung der Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose (MS) entdeckt. Das teilte die Universität Bonn mit.
Ein Team unter Bonner Leitung konnte mit Hilfe eines gängigen Diabetes-Medikaments den Verlauf der Krankheit bei Mäusen erheblich verlangsamen. Auch bei menschlichen Zellkulturen sei die Methode erfolgreich gewesen. Da der Wirkstoff längst bekannt und zugelassen ist, schließen die Forscher Nebenwirkungen aus. Die Studie ist jetzt im "Journal of Experimental Medicine" erschienen.
Bei Autoimmunkrankheiten wie MS wenden sich bestimmte fehlgeleitete Immunzellen (TH17-Zellen) gegen körpereigene Strukturen. Das Team um Luisa Klotz und Prof. Percy Knolle hat nun das PPAR-Gamma-Molekül als "molekularen Aufseher" identifiziert. "Wenn wir dieses Molekül gezielt in Immunzellen aktivieren, entstehen weniger TH17-Zellen", erklärte Klotz in Bonn. Bei Labormäusen mit einer MS-ähnlichen Krankheit sei diese daraufhin deutlich milder verlaufen. Auch in menschlichen MS-Zellkulturen bewirkte das Medikament nach Angaben der Forscher aus Bonn, Mainz, Paris und San Diego einen starken Rückgang der TH17-Zellzahl.
Milderer Krankheitsverlauf
Diabetes-Medikamente seien allerdings für die Behandlung eines MS- Patienten kaum brauchbar, betonte Klotz vom Institut für Molekulare Medizin. Einerseits aktivieren sie PPAR-Gamma nicht stark genug, andererseits beeinflussen sie die Wirkung von Insulin. Die Forscher wollen nun die Entwicklung hochspezifischer Wirkstoffe vorantreiben.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Kleinste europäische Trägerrakete
Vega bereit für Jungfernflug
-
Maya-Forscher sind sich (fast) sicher
Die Welt geht 2012 nicht unter
-
Dichtung und Wahrheit
Neues von der CO2-Lüge
-
Vahrenholt irrt
"Es wird weiterhin wärmer"
-
Reparatur statt Austausch
Titanring dichtet Herzklappen ab
-
Im Rücken und im Magen
Wenn die Seele schmerzt
-
Krebstherapie in der Schwangerschaft
Chemo gefährdet Babys nicht
-
Fundsache, Nr. 1081
Römische Außenposten aufgespürt
-
Töne im hohen Ultraschallbereich
Wie sich Primaten unterhalten
-
Null Überlebenschance ohne Futter
Kälte tötet Vögel im Watt
-
Die Streifen stören
Bremsen stechen keine Zebras
-
Neue Berechnungen vorgestellt
Gletscher verlieren weniger Masse
