Mittwoch, 15. August 2007
Beginn einer Essstörung: Diäten im Jugendalter
Essen Jugendliche auf einmal weniger und beschäftigen sich sehr stark mit ihrem Körpergewicht, kann das auf eine beginnende Essstörung hindeuten.
Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJPP) in Berlin mit. "Mehrmals tägliches Wiegen, Auslassen von Mahlzeiten, Beschränkung auf kalorienreduzierte Nahrung, exzessive körperliche Aktivität sowie ein sehr langsames und auffälliges Essverhalten können Warnzeichen für die Entwicklung einer Magersucht sein", sagt Prof. Beate Herpertz-Dahlmann von der DGKJPP.
"Oftmals gehen diese Symptome mit einem sozialen Rückzug und depressiver Verstimmung einher." Das Gefühl, auch bei normalem oder geringem Körpergewicht zu dick zu sein, kann bei Jugendlichen einen Teufelskreis des Gewichtsverlustes auslösen, der schon nach kurzer Zeit aus eigener Kraft nicht mehr aufzuhalten ist. Die Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Todesrate. Wechseln sich hingegen Episoden mit eingeschränkter Nahrungszufuhr ab mit Heißhungeranfällen und gibt es Anzeichen von häufigem Erbrechen, deute dies auf eine Ess-Brech-Störung (Bulimie) hin.
Essstörungen können sehr vielfältige Ursachen haben, erläutert die Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Dazu gehörten genetische Faktoren und Persönlichkeitsmerkmale, aber auch ein extrem schlankes Schönheitsideal. "Essstörungen können durch eine Psychotherapie wirksam behandelt werden. Eine Einbeziehung der Familie kann die psychotherapeutische Behandlung unterstützen."
Schätzungen zufolge seien etwa ein Prozent der Mädchen und jungen Frauen an Magersucht erkrankt und zwei Prozent an Bulimie. Mädchen erkranken dabei zwölf Mal so häufig wie Jungen. Sehr oft tritt Magersucht mit etwa 14 Jahren auf, Bulimie setze etwas später ein.
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