Wissen
(Foto: picture alliance / dpa)

Vor oder zurück?: Die besten Eselsbrücken zur Zeitumstellung

Von Andrea Schorsch

Zweimal im Jahr stehen wir vor einem Rätsel: In welche Richtung wird an der Uhr gedreht? Hier finden Sie einige Merksätze - und erfahren, warum die Zeitumstellung nicht nur überflüssig ist, sondern sogar gefährlich sein kann.

Eigentlich interessiert ja vor allem eines: Müssen wir die Uhren in der heutigen Nacht auf Ostersonntag vor- oder zurückstellen? Seit nunmehr 36 Jahren praktiziert Deutschland die Zeitumstellung – stets einmal im Frühling und einmal im Herbst. Wir sollten also Bescheid wissen, aber die Zeitumstellung ist eine verwirrende Angelegenheit. Damit klar ist, in welche Richtung es diesmal geht, hier die besten Eselsbrücken:

  • Im Sommer stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Winter zurück in den Schuppen.
     
  • Die Zeitumstellung funktioniert wie ein Thermometer: Im Sommer sind die Temperaturen im Plus, im Winter im Minus.
     
  • Man stellt die Uhr immer Richtung Sommer: im Frühjahr also nach vorn, im Herbst zurück.
     
  • Im Englischen lautet die Regel: "spring forward, fall back". Das heißt sowohl "Frühling vorwärts, Herbst zurück" als auch "spring nach vorn, falle zurück".
     
  • Zahlenfreaks merken sich 2-3-2. Im Frühjahr wird die Zeit von 2 auf 3 Uhr gestellt, im Herbst von 3 auf 2 Uhr.
Bilderserie

Vom heutigen Samstag auf den morgigen Sonntag werden die Uhren also vorgestellt und die Nacht ist eine Stunde kürzer. Das Angenehme an der Sommerzeit: Es ist abends länger hell. Das ist Sinn und Zweck der Veranstaltung, auf diese Weise soll Energie gespart werden. Nur gelingt das gar nicht in nennenswertem Maße, sagt das Umweltbundesamt. Zwar knipsen wir durch die Zeitumstellung an Sommerabenden seltener das Licht an, dafür aber wird im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt. Unterm Strich gibt es daher durch die Sommerzeit allein keine Ersparnis.

Deutlich mehr Herzinfarkte

Und auch sonst spricht einiges gegen die Zeitumstellung im Frühjahr: Einer Statistik der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge häufen sich in den ersten Tagen nach Beginn der Sommerzeit die Herzinfarkte. Während normalerweise durchschnittlich 45 Menschen am Tag einen Herzinfarkt erleiden, sind es an den drei Tagen nach der Umstellung auf Sommerzeit 54, so die DAK. Das entspricht einer Steigerung um 20 Prozent.

Die Krankenkasse veröffentlichte eine Befragung, der zufolge sich 81 Prozent der Bürger nach der Zeitumstellung schlapp und müde fühlen. Zwei Drittel leiden unter Einschlafproblemen oder Schlafstörungen, 40 Prozent können sich schlechter konzentrieren.

Vorsicht vor Sekundenschlaf!

Angesichts solcher Zahlen ruft der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) zur Vorsicht auf. "Für viele Menschen wirkt sich die Zeitumstellung auf den Biorhythmus aus. Im Straßenverkehr kann diese 'Frühjahrsmüdigkeit' zu gefährlichem Sekundenschlaf führen", mahnt Sven Rademacher vom DVR. Der Verein appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer, in den ersten Tagen der Sommerzeit "besonders konzentriert und aufmerksam unterwegs zu sein".

Doch bei allen nachteiligen Auswirkungen und Gegenargumenten: Einstweilen drehen wir fleißig weiter an der analogen Uhr. Der menschliche Organismus braucht einige Tage, bis er sich auf die neuen Verhältnisse eingestellt hat. Hilfreich ist es, rauszugehen. Denn wer tagsüber viel Licht abbekommt, kann nachts besser schlafen. Die Sonne wirkt auch gegen depressive Verstimmungen. Immerhin jeder Zehnte gibt solche in der DAK-Umfrage als Folge der Zeitumstellung an.

In spätestens vier Wochen hat sich der Körper dann an den neuen Rhythmus gewöhnt. Ein Viertel der DAK-Befragten kam übrigens wegen der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit. Immerhin: Das wird am Montag nur wenigen passieren. Da ist Feiertag - eine gute Gelegenheit, um Schlaf nachzuholen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen