Wissen
So geht Raumfahrt heute: Die unbemannte Falcon-Rakete mit "Dragon" an Bord hebt ab.
So geht Raumfahrt heute: Die unbemannte Falcon-Rakete mit "Dragon" an Bord hebt ab.(Foto: AP/dpa)

"Alle Systeme im grünen Bereich": "Dragon" düst zur Raumstation

Große Erleichterung am Cape Canaveral: In einer gemeinsamen Notfallaktion gelingt es Technikern, den defekten Antrieb eines privaten Raumtransporters rechtzeitig wieder in Betrieb zu nehmen. "Dragon" setzt seinen Flug zur ISS fort - gesteuert von Funksignalen der US-Luftwaffe.

Daumen hoch für alle vier Antriebseinheiten: Nasa, ISS-Besatzung und SpaceX atmen erleichtert auf.
Daumen hoch für alle vier Antriebseinheiten: Nasa, ISS-Besatzung und SpaceX atmen erleichtert auf.(Foto: AP/dpa)

Die Probleme des unbemannten Raumtransporters "Dragon" beim Flug zur Internationalen Raumstation ISS sind behoben. "Antriebe eins bis vier funktionieren jetzt planmäßig", gab der Chef des privaten Unternehmens SpaceX, Elon Musk, via Twitter bekannt. "Alle Systeme im grünen Bereich", fügte er hinzu. Kurze Zeit später meldete Musk, der Raumtransporter sei erfolgreich auf eine höhere Umlaufbahn gebracht worden und "wieder auf Kurs".

Eine "Falcon 9"-Rakete hatte den Transporter "Dragon" vor dem Wochenende vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in die Erdumlaufbahn gebracht. Nach dem Abkoppeln von der Trägerrakete waren bei dem Raumschiff drei der vier Antriebsdüsen ausgefallen. Damit war das gesamte Missionsziel in Gefahr: Der Transporter benötigte zusätzlichen Schub, um seine Reise zur ISS fortzusetzen.

"Der coolste Kunde der Welt"

Vor den technischen Problemen war die Ankunft an der Raumstation für Samstag um 12.30 Uhr MEZ geplant. Nun sei mit einer Verzögerung von mindestens 24 Stunden zu rechnen, erklärte der Verantwortliche für das ISS-Programm, Michael Suffredini.

"Ich will nur schnell der Nasa dafür danken, dass sie der coolste Kunde der Welt ist", twitterte SpaceX-Chef Musk. "Wir freuen uns darauf, das Material abzuliefern!" Der Raumtransporter "Dragon" beliefert die ISS mit 544 Kilogramm an wichtigen Versorgungsgütern, darunter befindet sich auch Ausrüstung für 160 Experimente. Auf dem Rückweg soll die Raumkapsel eine Tonne Material wieder zurück zur Erde mitnehmen, unter anderem die Ergebnisse medizinischer Experimente.

Ohne vollständig funktionsfähige Antriebsdüsen wäre es kaum möglich gewesen, das Raumschiff auf seinem Weg durch den erdnahen Orbit kontrolliert in Richtung ISS zu lenken. Damit stand unausgesprochen auch der Totalverlust des Transporters im Raum - samt der Bord befindlichen Güter.

Die Air Force muss aushelfen

Wie es SpaceX gelang, den defekten Antrieb des Transporters wieder flott zu bekommen, verriet Musk in einer weiteren Kurznachricht: "Außerdem möchte ich der US Air Force dafür danken, dass sie uns erlaubt hat, ihr Langstreckenkommunikationssystem zu benutzen." Nähere Angaben dazu machte der SpaceX-Chef nicht. Allerdings deutete er an, dass sich "Dragon" zu diesem Zeitpunkt bereits auf einer unkontrollierten Flugbahn befand.

Der privat finanzierte Versorgungsflug ins All hatte in den USA und darüber hinaus für einiges Aufsehen gesorgt: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa übertrug den Start live. Die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit hat Methode: Für die Nasa steht das Projekt "Dragon" beispielhaft für die Zusammenarbeit mit privaten Dienstleistern. In Zeiten knapper Kassen will die Weltraumagentur auf diese Weise künftig verstärkt private Investorengelder in ihre Arbeit einbinden.

Seit der Ausmusterung der eigenen Shuttle-Flotte ist die Nasa beim Transport von Versorgungsgütern zur Internationalen Raumstation auf Hilfe von außen angewiesen.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen