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"Hüftschnupfen" bei Kindern: Einfach hinken lassen

Leiden Kinder unter einseitigen Hüftschmerzen, dann kann ein so genannter Hüftschnupfen (Coxitis fugax) der Auslöser sein. Diese flüchtige Entzündung komme vergleichsweise oft vor und sorge dafür, dass die Kinder plötzlich nicht mehr laufen wollen und stattdessen hinken, teilt der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) in München mit.

"Diese Schwellung in der Gelenkschleimhaut der Hüfte tritt am häufigsten um das 6. Lebensjahr auf, kann aber auch noch bei 13-Jährigen beobachtet werden", sagt BVKJ-Sprecherin Gunhild Kilian-Kornell. Die Hüfte heile in der Regel ohne Folgen nach etwa zwei Wochen ab.

Dennoch sollten Eltern in jedem Fall den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, um andere Ursachen auszuschließen, rät Kilian-Kornell. Denn ähnliche Symptome zeigten sich auch bei einer Lyme-Borreliose oder rheumatischen Erkrankungen. Auch könnte Morbus Perthes vorliegen: eine krankhafte Mangeldurchblutung des Hüftkopfes, die zu Veränderungen in der betroffenen Hüfte und längerfristig auch zu Arthrose führen kann.

Etwa drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen bekommen einen "Hüftschnupfen" - Jungen häufiger als Mädchen. Die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht. In der Regel ist keine besondere Behandlung erforderlich. Meist schonen Kinder das betroffene Hüftgelenk von selbst. Sind die Schmerzen zu stark, könne bei Bedarf ein Schmerzmittel mit Ibuprofen verabreicht werden. Belastende sportliche Aktivitäten sollten die kleinen Patienten erst wieder aufnehmen, wenn sie beschwerdefrei sind - und dann langsam. "Fußballspielen sollten sie beispielsweise erst nach etwa zwei bis drei Wochen", mahnt Kilian-Kornell.

Quelle: n-tv.de

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