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"Phoenix" erfolgreichEis auf dem Mars

20.06.2008, 13:29 Uhr

Wissenschaftler sind der Überzeugung, dass die Mars-Sonde "Phoenix" Eis gefunden hat. In einem Graben habe das Gerät weiße Klumpen entdeckt, die kurz danach geschmolzen seien.

Die amerikanische Mars-Sonde "Phoenix" ist bei ihrem Einsatz auf dem Mars nach Überzeugung von Wissenschaftlern auf Eis gestoßen. "Phoenix" habe in einem mit ihrem Roboterarm ausgehobenen Graben in der Mars-Arktis Klumpen aus hellem Material fotografiert, die später nicht mehr dagewesen seien, teilte der wissenschaftliche Leiter der Mission, Peter Smith, mit. Dieses allmähliche Verschwinden deute darauf hin, dass es sich um Eis gehandelt habe, das an der freigelegten Oberfläche verdampft sei.

Salz ist es wohl nicht

"Diese kleinen Klumpen sind im Laufe einiger weniger Tage vollständig verschwunden - und das ist der perfekte Beweis dafür, dass es Eis war", erklärte Smith. "Es hat auch die Möglichkeit bestanden, dass es Salz war. Aber Salz kann so etwas nicht", sagte er zum Verschwinden der hellen Klumpen.

"Phoenix Mars" soll herausfinden, ob die arktische Region des Roten Planeten eventuell bewohnbar ist. Mit ihrem Greifarm entnimmt sie Bodenproben, und die Forscher hoffen, auf Eis zu stoßen.

Im "Schneewittchen"-Graben

Die Klumpen wurden in einem Graben fotografiert, den die Sonde am 15. Juni vergrößert hatte. Dieser erhielt von den Wissenschaftlern den Namen "Dodo-Goldilocks". Am Donnerstag stieß die Sonde im Graben "Snow White 2" ("Schneewittchen 2") auf eine harte Oberfläche. Wissenschaftler hoffen, dass es sich dabei um eine Eisschicht handelt.

Der Mars-Orbiter "Mars Odyssey" hatte bereits 2002 Hinweise entdeckt, dass es in den Polarregionen des Roten Planeten Eis geben könnte. "Phoenix" landete in einer Region mit polygonen Bodenformen, wie es sie auch in den Permafrost-Gebieten der Erde gibt.

Daten verloren gegangen

Zuvor war die Mission der "Phoenix" wegen technischer Probleme ins Hintertreffen geraten. Wie die US-Weltraumbehörde NASA auf ihrer Internetseite mitteilte, verzögerten sich die Aktivitäten der Sonde um 24 Stunden. "Die Sonde ist in einem guten Zustand und vollständig manövrierbar, aber wir gehen mit Vorsicht vor, bis wir die Gründe für das Problem genauer kennen", hieß es in der Erklärung. Aufgrund eines Computerproblems seien außerdem wissenschaftliche Daten, vor allem Bilder, verlorengegangen.

Die von "Phoenix" in den vergangenen Tagen gesammelten Daten gingen den Angaben zufolge verloren, als sich die Systeme der Marssonde in den Ruhezustand geschaltet hatten. Die Daten seien allerdings nicht von vorrangigem Interesse gewesen, hieß es weiter. "Phoenix" war am 25. Mai am Nordpol des Roten Planeten gelandet. Die rund 350 Kilogramm schwere Sonde ist mit Instrumenten ausgestattet, die drei Monate lang die Zusammensetzung der Mars-Oberfläche analysieren sollen.