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Samstag, 05. März 2011

Eispanzer in der Antarktis: Eis wächst auch von unten

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Eis wächst nicht nur, wenn sich Schnee auf der Oberfläche ablagert. Forscher finden heraus, dass die gigantischen Eispanzer in der Antarktis auch von unten wachsen, zum Beispiel, wenn Wasser schnell an den steilen Talwänden aufsteigt und dabei abkühlt.

Die gigantischen Eispanzer der Antarktis wachsen auch von unten. An einigen Stellen sei bis zur Hälfte des Eises von unterwärts her angefroren, berichtet ein internationales Forscherteam in "Science". Dies verändere unter anderem die Fließeigenschaften des Eises. Ein besseres Verständnis davon sei nötig, um das künftige Verhalten und die Veränderungen der Eisflächen besser vorherzusagen.

Hauptsächlich wächst das Eis, wenn sich Schnee auf der Oberfläche ablagert, schreiben die Forscher um Robert Bell vom Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University (Palisades/US-Staat New York). Dass dies aber längst nicht alles ist, zeigten die Wissenschaftler nun unter anderem mit Hilfe von Radarmessungen. Damit analysierten sie die Struktur des so genannten Dome A, einer Eisfläche von der Größe des US-Staates Kaliforniens in der Ostantarktis. Unter dieser gigantischen Eisfläche, die mehrere Tausend Meter dick ist, liegt das Gamburtsev-Gebirge.

Wasser friert auf zwei Wegen an

Die Messungen ergaben, dass Wasser auf zwei verschiedenen Wegen an die bestehende Eisschicht anfriert. Zum einen geschieht das, wenn gestautes Wasser unterhalb der Eisfläche durch Konvektion, also durch die Umlagerung von Wasserschichten, friert. Zum anderen, wenn Wasser schnell an den steilen Talwänden aufsteigt und dabei abkühlt.

Durch das Anwachsen von Eis an der Unterseite der Schollen würden die obenliegenden Eisschichten aufgeworfen, schreiben die Forscher. Damit würde auch die Schichtung innerhalb der Eissäule verändert, älteres Eis würde weiter nach oben gebracht. Außerdem könnten sich durch das Anfrieren von Eis die Fließeigenschaften der antarktischen und grönländischen Eisschollen verändern. Diese müsse berücksichtigt werden, wenn Aussagen über das zukünftige Verhalten der Eisflächen getroffen werden, schreiben die Forscher.

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Quelle: n-tv.de

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