Sonntag, 07. März 2010
Bären-Trennung vor 150.000 Jahren: Eisbär evolutionär sehr jung
Aufgrund seiner enormen Anpassungsfähigkeit entwickelte sich der Eisbär schnell weiter.
(Foto: picture alliance / dpa)
Die Wege des Braun- und des Eisbären haben sich erst vor 150.000 Jahren getrennt. Das belegt die Untersuchung von mindestens 110.000 Jahre alten Fossilien eines Polarbären aus Norwegen. Der Eisbär (Ursus maritimus) entwickelte sich demzufolge nach der Abspaltung vom Braunbären (Ursus arctos) extrem schnell weiter. Grund dafür ist seine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit an die neu entstandenen Lebensräume und Nahrungsquellen während der letzten Eiszeit. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.
Unklar war bislang, wann Eisbären als eigenständige Art erschienen. Das im Jahr 2004 gefundene Fossil konnte nun Aufschluss über den Ursprung der Polarbären geben. Die in Norwegen entdeckten Knochen sind zwischen 110.000 und 130.000 Jahre alt. Eisbärfossilien sind nach Darstellung der Forscher sehr selten, da die auf dem Eis lebenden Tiere nach ihrem Tod meist auf den Meeresboden sinken oder von Aasfressern vertilgt werden.
Anpassungsfähig, aber stark gefährdet
Aus den Eckzähnen des seltenen Fossils entnahmen Charlotte Lindqvist von der Universität Buffalo (US-Staat New York) und ihre Kollegen DNA-Proben. Die gewonnenen Erbgutsequenzen verglichen die Forscher mit denen heutiger Eis- und Braunbären. Die Analyse ergab, dass der untersuchte urtümliche Polarbär kurz nach dem jüngsten gemeinsamen Vorfahren beider Spezies lebte. "Unsere Ergebnisse bestätigen, dass der Eisbär eine evolutionär junge Art ist", sagte Lindqvist.
Trotz seiner enormen Anpassungsfähigkeit ist der Eisbär gefährdet, warnen die Forscher. Das Tempo des Klimawandels sei so rasant, dass unklar sei, ob die Tiere den Veränderungen ihres Lebensraums standhalten können.
dpa
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