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Hunger trifft immer mehrEisbären müssen fasten

19.01.2009, 10:24 Uhr

Die Zahl notgedrungen fastender Eisbären im Polarmeer nördlich von Alaska hat sich innerhalb von zwei Jahrzehnten verdreifacht.

Die Zahl notgedrungen fastender Eisbären im Polarmeer nördlich von Alaska hat sich innerhalb von zwei Jahrzehnten verdreifacht. Das berichtet eine Gruppe um Seth Cherry von der University of Alberta im kanadischen Edmonton im Journal "Polar Biology".

Sie gehen davon aus, dass der Klimawandel und der damit verbundene Rückgang des Eises die Ursache sind. Viele Robben, Beutetiere der Eisbären, sind auf Eis angewiesen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Zudem haben viele Eisbären (Ursus maritimus) Strategien entwickelt, um ihrer Beute auf dem Eis aufzulauern, wenn diese zum Luft holen aus dem Wasser auftaucht.

Eisbären ohne Eis

Der Rückgang des Eises hat also in jeder Hinsicht Einfluss auf die großen Räuber. Cherry und seine Kollegen betäubten über mehrere Jahre hinweg im Bereich der Beaufort-See insgesamt 436 Eisbären und entnahmen ihnen unter anderem Blutproben. Darin ermittelten sie das Verhältnis von Harnstoff zu Kreatinin. Ein geringes Verhältnis weist darauf hin, dass der Körper Stickstoff eher recycelt als ausscheidet.

Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Organismus fastet. 1985 waren 9,6 Prozent der Bären in diesem Zustand, 1986 waren es 10,5 Prozent. Nach einer Pause von 20 Jahren zeigten sich folgende Zahlen: 21,4 Prozent im Jahr 2005 und 29,3 Prozent im Jahr 2006.