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Diese Zinnie erwies sich unter den schwierigen Bedingungen im All als besonders zäh.
Diese Zinnie erwies sich unter den schwierigen Bedingungen im All als besonders zäh.(Foto: Scott Kelly)

"Andere Lebensform im All": Erste Weltraum-Blume blüht auf

Die Pflanzen auf der ISS drohten allesamt einzugehen. Da besann sich Astronaut Scott Kelly auf seinen grünen Daumen und setzte sich über alle Nasa-Pläne hinweg. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

US-Astronaut Scott Kelly präsentiert sie stolz bei Twitter: die erste im Weltraum gezüchtete Blume. Es ist eine orangefarbene Zinnie. "Ja, es gibt andere Lebensformen im All", schreibt Kelly, der gerade ein gesamtes Jahr auf Internationalen Raumstation ISS verbringt, in einem zweiten Tweet. Für die Nasa erforscht er, wie Pflanzen in Mikroschwerkraft wachsen und gedeihen.

Dabei verlässt sich der Astronaut ganz auf seinen grünen Daumen - mit Erfolg. Das Veggie-Programm der Nasa sah nämlich einen ganz anderen Bewässerungsplan für die Zinnien vor. Das Ergebnis: Die Pflanzen waren kurz davor, einzugehen. Kelly setzte sich daraufhin über die Nasa-Vorgaben hinweg und beschloss, die Zinnien dann zu gießen, wenn er selbst es für nötig hielt. Wenigstens eine Zinnie konnte er so am Leben erhalten und zum Blühen bringen.

Nahrung für die Reise zum Mars

Seit Monaten züchten die Astronauten auf der ISS im Rahmen des Veggie-Programms verschiedene Pflanzen. Sie wachsen unter rotem, blauem und grünem LED-Licht. Die Experimente sind Teil der Vorbereitung für einen Langzeitflug - etwa zum Mars. Selbst gezüchtetes Gemüse könnte dann eine Nahrungsquelle für die Raumfahrer auf Langzeitmission sein.

Die erste im All gewachsene Pflanze ist Kellys Zinnie aber nicht. Schon im August hatte die ISS-Besatzung selbst gezogenen Salat geerntet und genüsslich verzehrt. Und bereits 1982 war es den Kosmonauten auf der damaligen Raumstation Saljut 7 gelungen, Schaumkressen in der Schwerelosigkeit zu züchten.

Dennoch lieferte die nun frisch erblühte Zinnie wertvolle neue Erkenntnisse über Pflanzen im All, sagte Nasa-Veggie-Expertin Gioia Massa. Obwohl sie nicht perfekt gewachsen ist - oder vielleicht auch gerade deshalb.

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Quelle: n-tv.de

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