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Das Ozonloch über der Arktis im März 2011: In die Lücke hätte Deutschland 40 Mal hineingepasst.
Das Ozonloch über der Arktis im März 2011: In die Lücke hätte Deutschland 40 Mal hineingepasst.(Foto: picture alliance / dpa)

Hautkrebsrisiko steigt: Extremes Ozonloch über der Arktis befürchtet

Im Winter vor fünf Jahren wurde der bislang größte Ozonabbau über dem Nordpol verzeichnet. Nun droht dort ein Ozonloch von noch nie dagewesenem Ausmaß. Das hätte diverse Folgen - auch für den Menschen.

In diesem Frühjahr droht über der Nordhalbkugel womöglich ein Ozonloch in bislang noch nicht dagewesener Größe. Sollten sich die klimatischen Bedingungen über der Arktis nicht bald ändern, müssen Menschen auf der Nordhalbkugel im März und April mit einer deutlich erhöhten Hautkrebsgefahr rechnen. Das sagt Wissenschaftler Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Durch den schon jetzt beobachteten Ozonabbau kann laut AWI die gefährliche UV-Strahlung im März oder April Werte wie sonst nur im Hochsommer erreichen. Da die Sonne aber nicht stechender wirkt als normal, kann man sich Rex zufolge bei Freizeitaktivitäten schnell unbemerkt verbrennen. Gefährdet sind vor allem hellhäutige Menschen und Kinder, die ohne Sonnenschutz im Freien spielen. Zudem leiden Pflanzen und vor allem die Algenblüte im Nordmeer, die als Grundlage für die gesamte Nahrungskette im Meer bis hin zu den Walen dient.

Großes Zerstörungspotenzial

Laut AWI hat sich über der Arktis ein bislang stabiler Tiefdruckwirbel gebildet, in dem in 20 Kilometern Höhe extreme Temperaturen von minus 90 Grad herrschen. Bereits ab minus 78 Grad entstehen dort sogenannte Stratosphärische Wolken, an welchen die durch den Menschen in die Umwelt gelangten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) das Ozon abbauen.

Bis Mitte Februar wird nach Berechnungen des AWI über der Arktis "mehr als ein Viertel der Ozons zerstört worden sein". Die atmosphärischen Bedingungen zeigten bereits jetzt ein "Zerstörungspotenzial", das den bislang größten Ozonabbau im Winter 2010/2011 noch übertreffen könnte: Im Frühjahr 2011 klaffte in der Ozonschicht über der Arktis eine Lücke, in die die Fläche Deutschlands 40 Mal hineingepasst hätte.

Sollte sich der bislang beständige Tiefdruckwirbel nicht auflösen, droht Rex zufolge eine "deutlich größere Lücke" in der Ozonschicht - mit Auswirkungen im Frühjahr bis Norditalien. Ob der Wirbel rechtzeitig aufbricht, können die Wissenschaftler derzeit nicht vorhersagen. Rex empfiehlt, bei Freizeitaktivitäten im Frühjahr auf die UV-Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zu achten.

Quelle: n-tv.de

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