Abwehr von FledermäusenFalter schreien zurück
Viele giftige Falter halten ihre Feinde mit Hilfe von Warnfarben auf Abstand. Doch im Dunkeln, wenn Fledermäuse jagen, nutzt diese Warnung wenig. Bärenspinner haben daher noch ein weiteres Abwehrsystem.
Viele giftige Falter halten ihre Feinde mit Hilfe von Warnfarben auf Abstand. Doch im Dunkeln, wenn Fledermäuse jagen, nutzt diese Warnung wenig. Bärenspinner haben daher noch ein weiteres Abwehrsystem: Sie reagieren auf die Ultraschalltöne jagender Fledermäuse mit eigenen Tönen. Damit warnen sie die Räuber vor ihrem üblen Geschmack und irritieren sie zudem. Forscher haben nun herausgefunden, dass diese Reaktion auf die Aktivität einer einzelnen Hörzelle im Ohr zurückgehen kann. Über die Ergebnisse berichten sie in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.
Die Wissenschaftler um John Ratcliffe von der Universität Süddänemarks in Odense hatten die Bärenspinner-Art Cycnia tenera untersucht. Diese Schmetterlinge "schreien" genau im richtigen Moment zurück, wenn eine Fledermaus angreift. Sie erkennen sogar, ob eine Fledermaus einfach nur herumfliegt oder auf Beute aus ist. Sie achten dafür vor allem auf den Abstand zwischen den Ultraschallsignalen.
Schmetterlinge der Art Cycnia tenera besitzen je Ohr zwei Hörzellen, A1 und A2 genannt. Die Forscher analysierten die Aktivität dieser Zellen bei Beschallung mit unterschiedlichen Ultraschallsignalen. Das Ergebnis: Die akustische Reaktion der Falter wurde bereits ausgelöst, wenn durch die Töne nur die A1-Zellen aktiviert wurden. Die A2-Zellen seien dafür nicht zwingend nötig, schreiben die Forscher. Sie reagierten weniger empfindlich auf eintreffende Ultraschallsignale. Ihre Aktivität beeinflusse aber durchaus, wie viele abwehrende Ultraschall-Klicks von den Faltern ausgesendet würden - also wie heftig die Reaktion auf die Signale einer Fledermaus ausfällt.