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Bei einem Schlaganfall kommt es zu Minderdurchblutung des Gehirns.
Bei einem Schlaganfall kommt es zu Minderdurchblutung des Gehirns.(Foto: imago/Science Photo Library)
Dienstag, 19. Juli 2016

Weniger Alkohol, weniger Nikotin: Fast alle Schlaganfälle sind vermeidbar

Die Lähmung einer Gesichts- oder sogar einer ganzen Körperhälfte sind bekannte Symptome bei einem Schlaganfall. Wie oft dieser durch simple Maßnahmen vermeidbar wäre, können Forscher nun beziffern.

Hirnschlag

Besser bekannt als Schlaganfall ist der Hirnschlag, die Bezeichnung für einen plötzlichen Durchblutungsverlust im Gehirn. Ursache dafür ist oftmals ein Gefäßverschluss. Er kann aber auch durch eine Blutung im Gehirn ausgelöst werden.

Die Durchblutungsstörung im Gehirn führt zum Absterben von Nervenzellen. Je nachdem, welches Areal im Gehirn und wie schwer es geschädigt wird, fallen die Symptome aus, die von diversen Ausfall- und Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen können.

Darum ist es wichtig, bei den ersten Anzeichen schnell zu reagieren und einen Notarzt zu rufen.

Rund 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich erstmals einen Schlaganfall. Er kann zu schweren Behinderungen führen und ist im schlimmsten Fall tödlich. Nun sind Forscher der Universität Duisburg-Essen der Frage nachgegangen, ob und wie beeinflussbar das Auftreten eines Schlaganfalls ist. "Unsere Studie zeigt auf, dass zirka 90 Prozent der Schlaganfälle vermeidbar gewesen wären, hätten die Betroffenen gesünder gelebt", betont Professor Hans-Christoph Diener von der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen. 

Für die sogenannte Interstroke-Studie wurden unter Leitung des Population-Health-Research-Institut der McMaster University in Hamilton/Kanada insgesamt 26.919 Studienteilnehmer aus 32 Ländern im Zeitraum zwischen 2007 und 2015 untersucht. Erfasst wurden die Daten von Menschen mit einem akuten Schlaganfall. Jedem der Patienten wurde dann eine Kontrollperson ohne Schlaganfall desselben Alters und Geschlechts zugeordnet. Danach wurden die Lebensstile der Probanden unter die Lupe genommen, um Risikofaktoren für den Schlaganfall auszumachen.

Die Forscher identifizierten behandelbare Risikofaktoren wie Bluthochdruck, mangelnde körperliche Betätigung, erhöhte Blutfette, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Herzerkrankungen, übermäßiger Alkoholkonsum und Diabetes mellitus. "Behandelt man diese relevanten Faktoren konsequent, gingen die Schlaganfälle drastisch zurück. Wichtig wäre deshalb, dass auch in Deutschland entsprechende Förderungsprogramme initiiert und umgesetzt werden", resümiert Diener die Ergebnisse, die die Forscher im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht haben.

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Quelle: n-tv.de

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