Donnerstag, 18. März 2010
Psyche und Körper profitieren: Flexible Arbeitszeiten sind gesund
Den Stress am Morgen, um rechtzeitig bei der Arbeit zu sein, kennen viele Menschen. Am Arbeitsplatz angekommen fühlt man sich schon völlig ausgelaugt. Arbeitnehmer mit gleitenden Arbeitszeiten hingegegen können gelassener sein.Wenn Arbeitnehmer selbst Einfluss auf ihre Arbeitszeit nehmen können, wirkt sich dies offenbar positiv auf ihre Gesundheit aus. "Eine aktuelle Übersichtsarbeit gibt Hinweise darauf, dass Angestellte mit flexiblen Arbeitszeiten einen niedrigeren Blutdruck haben, besser schlafen und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind.
Die Ergebnisse legen also nahe, dass es gesundheitliche Vorteile bringt, wenn Menschen ihre Arbeitszeiten selbst gestalten können, anstatt sie vom Arbeitgeber vorgegeben zu bekommen", berichtet Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Arbeit von Forschern von Clare Bambra von der Durham Universität in Großbritannien. Die Ergebnisse wurde in den Cochrane Systematic Reviews veröffentlicht.
Den Tag mit einem entspannten Frühstück zu starten ist gesünder, als zum Arbeitsplatz zu hetzen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Wissenschaftler untersuchten 10 Studien mit insgesamt 16.603 Teilnehmern. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass verschiedene Formen von flexibler Arbeitszeitgestaltung Auswirkungen auf ganz verschiedene Aspekte der Gesundheit hatten, insbesondere auf den Blutdruck, auf die Qualität des Schlafes sowie auf die psychische Gesundheit", erklärt Dr. Wesiack. "In einer Studie zeigten beispielsweise Polizeibeamte, die ihren Arbeitsbeginn verändern konnten, im Vergleich zu Kollegen, die zu einer festgelegten Zeit anfangen mussten, eine deutliche Verbesserung der psychischen Verfassung."
Skandinavien als Vorbild
In skandinavischen Ländern sind flexible Arbeitsmodelle insbesondere für Angestellte mit Familie bereits weit verbreitet. Auch in Großbritannien haben Eltern von Kindern unter 16 Jahren seit letztem Jahr Anspruch auf eine Vereinbarung von flexiblen Arbeitszeiten. "Noch ist es nach Einschätzung der Forscher zu früh für eine eindeutige Empfehlung, doch die Ergebnisse der Untersuchungen unterstützen die Arbeitszeitregelungen in Skandinavien und Großbritannien", erläutert der BDI-Präsident. "Wichtig ist es allerdings, näher zu untersuchen, wie sich flexible Arbeitszeiten bei unterschiedlichen Berufs- und Altergruppen auswirken. So könnten einige Formen von flexibler Arbeitszeitregelung nur für Angestellte mit anspruchsvolleren Tätigkeiten möglich sein, was die Unterschiede in der Gesundheit zwischen den sozialen Schichten vergrößern könnte."
BDI
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